Dachraum „Alte Ziegelei Rosbach“: Sanierung und Ausbau

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Die alte Ziegelei Rosbach ist 1992 als Industriedenkmal und Denkmalzone unter Schutz gestellt worden und ihrer Bedeutung wegen inzwischen auch Teil der „Route der Industriekultur“. Ihr Ringofen ist einer der ganz wenigen, der in Deutschland überlebte. Der Werkbund Rheinland-Pfalz plante und betreute die Sanierung und den Ausbau des Dachraumes der Ziegelei zu einem Ziegelmuseum.

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Bei diesem Projekt war es eine Selbstverständlichkeit, die herausragende Industriearchitektur weitgehend zu erhalten, konstruktiv zu sichern, behutsam zu restaurieren und bei der Gestaltung und Nutzung die denkmalpflegerischen Gesichtspunkte angemessen zu berücksichtigen. Diese Vorgehensweise fand auch die Anerkennung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und brachte dem Verein der Freunde der Ziegelei eine finanzielle Förderung und nicht zuletzt auch die Auszeichnung mit einer Bronzeplakette.

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Die Maßnahmen im Detail:

  1. Die im Laufe des hundertjährigen Bestehens stark geschädigte Dachkonstruktion wurde umfassend ausgebessert und statisch saniert. Dabei wurden verschiedene Methoden und Vorgehensweisen untersucht, um für das optische Erscheinungsbild und die denkmalpflegerische Konzeption die beste Lösung zu finden. Dies war kein leichtes Unterfangen. Selbst die Farbgebung der zur statischen Sicherung neu eingebauten Holzteile war nicht unproblematisch, und es waren viele Farbgebungsversuche erforderlich bis der jetzt zu sehende Zustand erreicht wurde.
  2. Der Fußboden wurde mit natürlichem Material erneuert. Der ursprünglich vorhandene verfestigte Lehmboden konnte allerdings aus Kostengründen nur zu Demonstrationszwecken in einer Achse hergestellt werden. Die übrigen Achsen wurden mit einem wassergebundenen und mit sogenanntem „Stabilizer“ verfestigten Kiesmaterial versehen. Aus architektonischen Gründen wurden dabei die Konstruktionsachsen mit Ziegelfriesen aus hier produzierten Ziegeln sichtbar gemacht.
  3. Die Längs-Außenwände wurden mit Glasziegelreihen versehen. Damit wurde der Bereich um die ehemaligen Trockengestelle aufgehellt. Um einen Raumabschluss an den ursprünglich offenen Längsseiten wegen der vorgesehenen Raumnutzung zu erreichen, wurden beide Längsseiten mit Glasfenstern versehen.
  4. Im vorderen Bereich wurden drei Räume für die Nutzung durch das Ziegelmuseum gebildet. Die Glasabschlüsse der Räume zum großen Dachraum hin bewirken, dass der Gesamteindruck des großen Raumes erhalten bleibt.
  5. Das Giebeldreieck, ursprünglich ebenfalls offen, wurde durch eine Glaswand geschlossen, wodurch die Transparenz des Raumes erhalten blieb und von außen der Blick auf die Dachkonstruktion freigegeben wird.
  6. Durch die Gestaltung des Haupteingangsbereiches mit seiner Pflasterung – ebenfalls mit hier produzierten Ziegeln – soll der Besucher auf den gesamten Architekturraum eingestimmt werden.
  7. Nicht zuletzt wurde der ehemalige „Maschinenturm“ am Eingangsbereich restauriert und die Stahlprofile, wo statisch nötig, ausgetauscht. Durch die Verglasung des Turmes können hier erste Exponate – sozusagen als „Lustmacher“ – präsentiert werden und der Turm auch als Kartenhaus bei Veranstaltungen genutzt werden.
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Mehr zum Thema auf den Webseiten des Vereins der Ziegeleifreunde.

3. Juni 2009
Autor: Rolf Hennes