Menschen am Mittelrhein 

Leben  .  woh­nen  .  bewirten

Wenn man nach vie­len Jahr­hun­der­ten mit­ten in einer unbe­schä­dig­ten Welterbe-Stromlandschaft eine Stras­sen­ver­kehrs­brü­cke bauen will, dann will man ver­än­dern, –und dies gründ­lich. Man will das Leben und die Lebens­ge­wohn­hei­ten der Bewoh­ner grund­le­gend verändern.

Da ist zu fra­gen: warum, wes­halb, wozu, –es ist zu fra­gen, wie, wodurch und ob man durch den bau­li­chen Ein­griff und die Errich­tung einer Brü­cke den Anrai­nern hilft,  ihnen nutzt und die Exis­tenz­sor­gen nimmt, es ist zu fra­gen, wel­chen grund­le­gen­den Vor­teil die Bewoh­ner haben, wenn sie – auch nachts – schnell ein­mal – an einer Stelle kon­zen­triert — über eine Brü­cke fah­ren können.

Zu fra­gen ist, wie und wovon leben die Bewoh­ner, wel­che Alters­struk­tu­ren sind in den ver­schie­de­nen Ort­schaf­ten zu fin­den, wel­che Gemein­schafts­ein­rich­tun­gen haben sie, wel­ches typi­sches Orts­bild geben sie ab, wel­ches Mit­ein­an­der zeich­net diese Welt­er­ben­ge­mein­schaft aus, wel­che Frem­den­freund­lich­keit besit­zen und pfle­gen sie, –wel­che Unter­stüt­zung und Hil­fen brau­chen sie.

Zur Ein­heit der Land­schaft gehö­ren auch die Menschen.


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22. September 2009
Autor: Hellmut Kanis