Innenstadt . Einkaufsstadt 

Erschlie­ßung      .     Fuß­gän­ger     .     Transport

Aus inner­städ­ti­schen Ein­kaufs­stras­sen wur­den Ein­kaufs­zo­nen, die zu gan­zen, stadt­teil­um­fas­sende Ein­kaufs– und Erleb­nis­be­rei­che zusam­men­wuch­sen und fol­ge­rich­tig als Fuß­gän­ger­be­rei­che aus­ge­wie­sen wer­den, — wer­den mußten.

Diese inner­städ­ti­schen Bele­bungs­be­rei­che haben zumeist eine Größe und Aus­deh­nung erreicht, die der „nor­male Fuß­gän­ger“ nicht mehr in Gänze durch­schrei­ten kann oder will.

Durch die Her­aus­nahme des all­täg­li­chen Fahr­ver­kehrs ist zwar Ruhe ein­ge­tre­ten, aber auch die Gefahr der Ver­ödung von Stra­ßen und gan­zen Stra­ßen­zü­gen entstanden.

Dem muß einer­seits gestal­te­risch ent­ge­gen­ge­wirkt und ande­rer­seits den Geschäf­ten durch wohl über­legte Erschlie­ßungs­maß­nah­men gehol­fen werden.

Stra­ßen­bahn und Busse, die an den Rand heran oder durch diese Zonen fah­ren  sind tra­di­tio­nell wich­tige Erschlie­ßungs­trä­ger, kön­nen aber mit ihren Groß­raum­wag­gons nicht alle indi­vi­du­el­len Bedürf­nisse und Trans­port­wün­sche abde­cken. Es sollte und muß in Ergän­zung indi­vi­du­elle Beweg­lich­keit ermög­licht und geschaf­fen wer­den. So sol­len in einer bun­des­wei­ten Aktion über 2000 Fahr­rad­ver­leih­sta­tion, allein in Mainz für 960 Räder, ein­ge­rich­tet wer­den, — aber die­ses begrü­ßens­werte Ange­bot rich­tet sich nur an die, die Fahr­rad­fah­ren gewohnt und hand­ha­bungs­si­cher sind, — also vor­nehm­lich an Jün­gere. Doch für die Ein­kaufa­be­rei­che könnte bei die­ser Ver­lei­hak­tion zusätz­lich einige Dreirad-Räder beige­ge­ben wer­den, aber auch die sind zu „tre­ten“ und selbst zu steu­ern. Als Ein­zel­dienst könnte ein aus­rei­chen­der Rikscha-Einsatz für die, die nicht tre­ten wol­len oder kön­nen, wei­ter­hel­fen. Es könn­ten aber auch zur freien Ziel­vor­gabe vier und sechs­sit­zige, zumeist von Stu­den­ten gesteu­erte, „Klein­trans­por­ter“, wie z.B. mit gro­ßem Erfolg in Kra­kau, zum Ein­satz kom­men. Für bestimmte und fest­ge­legte Rou­ten könn­ten Einkaufs-„Bähnchen“, die auch die Park­häu­ser ansteu­ern und durch­fah­ren, von Fir­men und Läden kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt wer­den und Kauf­lus­tige ver­stärkt heranziehen.

In die­sen Tagen wur­den zudem in Mainz unter der Über­schrift und Auf­ruf „Zukunft tan­ken“ die ers­ten Strom­tank­stel­len, die zumin­dest in der Innen­stadt bald fest instal­liert wer­den könn­ten, vor­ge­stellt. Hier­mit könn­ten die schon auf dem Mark befind­li­chen Einsitzer-Elektromobile, aber  auch zwei­sit­zige Klein­wa­gen auf­la­den und Strom bezie­hen. Dazu läuft seit die­sem Jahr in Ulm ein von Mer­ce­des durch­ge­führ­ter Groß­ver­such: „Man steigt aus  der Bahn .… und ent­deckt weiße Smart mit blauen Zier­strei­fen und dem Aufdruck“car2go“. Braucht man ein ( Elek­tro ) Auto, nimmt man sich eins. Nutzt es. Läßt es dort ste­hen, wo man es ( z.B. vor der eige­nen Haus­tür ) nicht mehr braucht, für den Nächs­ten. Die Teil­nahme ist unbü­ro­kra­tisch. Hin­ter der Wind­schutz­scheibe ist ein  berüh­rungs­lo­ser Kar­ten­le­ser instal­liert. Mit­tels eines Chips im Füh­rer­schein öffnet man das Fahr­zeug, bezahlt wird auf Abbu­chung, die Stand­orte freier Autos ver­rät das Handy. Die Fahr­mi­nute kos­tet 19 Cent…“

In die­sem Arti­kel  von Burk­hard Straß­mann „Auto geht auch anders“ vom 27.08.2009 ( DIE ZEIT ) wird auch noch ganz anders vor­aus­ge­dacht:  es wird geschil­dert, wie befrei­end es ein kann, kein eige­nes Auto, das meis­tens und die längste Zeit unge­nutzt her­um­steht, mehr kau­fen zu müs­sen, wenn man mobil sein will und statt des­sen „Abruf­au­tos“ nutzt. Vor allem für die Städte und deren Innen­stadt gibt es viele – auch noch unbe­kannte – Mög­lich­kei­ten für Beweglichkeit.

Mainz braucht sich mit sei­ner aus­ge­dehn­ten viel­sei­ti­gen Ein­kaufs– und Erlebnis-Innenstadt am Rhein – bei Her­aus­nahme des Fremd– und Durch­fahr­ver­kehrs in der Rhein­straße – keine Sor­gen um Besu­cher und Kauf­lus­tig aus Nah und Fern zu machen, — man muß nur einen kon­se­quen­ten Aus­bau und eine kun­den­freund­li­che Erschlie­ßung wol­len, kon­se­quent durch­set­zen und mit „Mainz lebt auf den Plät­zen“ anrei­chern und „gar­nie­ren“. Ver­wun­der­lich ist es in einer Medien– und Musikschulen-Stadt, daß  keine „geprüf­ten“ Stra­ßen­mu­si­ker zu fin­den und zu hören sind. ( „Das gehört zum guten Ton“ . DIE ZEIT . 17.Sept.2009 )


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24. November 2009
Autor: Hellmut Kanis