Einkaufszonen . Einkaufsbereiche 

Nah­ver­kehr     .     Fuß­gän­ger     .     Individualverkehr

Wenn heute junge Men­schen kau­fen und ein­kau­fen wol­len, dann den­ken sie an das Inter­net, womög­lich auch noch an die Pro­spekte der Ver­sand­häu­ser. Wenn sie für den All­tag ein­kau­fen wol­len, den gehen sie in nahe­lie­gende Super­märkte und in die Ein­kauf­stras­sen der Vor­orte oder fah­ren zu den gro­ßen Ein­kaufs­zen­tren „auf der grü­nen Wiese“, die Frage stellt sich, gehen sie noch und wenn, dann wann und warum „in die Stadt“ Die Innen­stadt als pul­sie­ren­des viel­sei­ti­ges Ein­kaufs, — Kino, — Museen, — Gast­stät­ten­zen­trum, das für alle Gene­ra­tio­nen einen gern besuch­ten Erleb­nis­raum dar­stellt, ist keine Selbst­ver­ständ­lich­keit und Anzie­hungs­punkt mehr. In vie­len Städ­ten sind diese Zonen mit Leer­stän­den durch­setzt und zahl­rei­che  Innen­städte lei­den unter den Ver­lust von pri­va­ten und per­sön­lich geführ­ten Spezialgeschäften.

Um einer wach­sen­den Ver­ödung und einem Erleb­nis­schwund vor­zu­beu­gen und Ein­halt zu gebie­ten und ent­ge­gen­zu­wir­ken, set­zen man­che Städte „City-Manager“ ein, — so auch in Mainz. Ein meß­ba­rer Erfolg sol­cher Ein­sätze hängt aber wesent­lich von den städ­te­bau­li­chen und erschlie­ßungs­tech­ni­schen  Gege­ben­hei­ten und dem gemein­sa­men  Gestal­tungs­wil­len aller Betei­lig­ten, ins­be­son­dere der Pla­ner und Archi­tek­ten ab.

In Mainz gibt es an zwei Tagen in der Woche im Zen­trum am Dom einen von Beliebt­heit und bunt­fro­her Atmo­sphäre getra­ge­ner men­schen­ver­bin­den­den Wochen­markt, — die Frage ist aber auch in Mainz, wie und wodurch kann die­ses hei­tere Begeg­nungs­er­le­ben und eine Art „Fla­nie­ren“ auch auf die Stra­ßen und ande­ren Tei­len der Innen­stadt über­tra­gen oder noch geschaf­fen werden.

So ein inner­städ­ti­scher Erlebnis-Großbereich –  in Mainz  vom römi­schen Bahn­hof bis zur Kai­ser­strasse – sollte von „Ver­kehrs­stra­ßen“ befreit sein und nicht, wie in Mainz durch die Grosse Blei­che, durch­schnit­ten wer­den. Weder hohe Bord­steine, noch beid­sei­tige Baum­rei­hen am Stra­ßen­rand  soll­ten eine „offene Durch­grü­nung“ stö­ren, Plätze und Ruhe­be­rei­che mit schat­ten­spen­den­den Bäu­men soll­ten ein­an­der fol­gen und auf­ein­an­der abge­stimmt , his­to­ri­sche und andere mar­kan­ten Bau­werke soll­ten lie­be­voll ein­be­zo­gen –und  aus­rei­chend Toi­let­ten vor­ge­se­hen wer­den .Mit wie­der­keh­ren­den Gestal­tungs­de­tails und Moti­ven sollte –  bei aller Ver­schie­den­heit und Eigen­dar­stel­lung der ein­zel­nen Stra­ßen und Gas­sen –der gesamte Innen­stadt­be­reich sich dem Cha­rak­ter einer Kur– und Kon­greß­stadt annähern.

Neben die­sen all­ge­mei­nen Gestal­tungs­not­wen­dig­kei­ten  bleibt dabei die wich­tige Frage, wie und wodurch kann so ein gro­ßer Fuß­gän­ger­be­reich nah­ver­kehrs­mä­ßig erschlos­sen und ein­la­dend indi­vi­du­ell zugäng­lich, wie kann er für Alt und Jung „begeh­bar“ gemacht werden.


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17. November 2009
Autor: Hellmut Kanis