E r l e b e n . B e l e b e n 

Der Rhein zwi­schen Main und Mosel

Wenn man vom Rhein und das Rhein­tal spricht, dann denkt man vor allem an das als Kul­tur­erbe aus­ge­wie­sene und geschützte Mit­tel­rhein­tal, — man denkt als Besu­cher und Tou­rist an schwere Schub­schiffe und an die gro­ßen Schiffe der wei­ßen Flotte der Köln-Düsseldorfer, man denkt an Sonne und Frei­zeit, — an viel Zeit — in jah­res­zeit­li­cher Begrenzung.

Um den gan­zen land­schaft­li­chen Reich­tum, die zahl­rei­chen Bur­gen und die vie­len male­ri­schen Ort­schaf­ten vom Schiff aus zu sehen und zu erle­ben, bedarf es, vor allem, wenn man an den  Aus­gangs­punkt zurück­keh­ren will, den Ein­satz vie­ler Stun­den. Es bedarf der Bereit­schaft zu einem Tages­aus­flug, — ins­be­son­dere von der emp­fin­dungs­mä­ßig befremd­lich, weit davor“ lie­gen­den und erleb­nis­mä­ßig etwas „abge­häng­ten“ Kon­greß­stadt Mainz

Dem Manko, daß sich diese Tal­land­schaft über die Per­so­nen­schif­fahrt den Besu­chern nur etwas über ein hal­bes Jahr erschließt, ver­sucht man durch die Aus­wei­sung von Hang– und Berg­wan­der­we­gen, die auch und ins­be­son­dere in den herbst­bun­ten Jah­res­zei­ten viele Wan­der­freu­dige anspre­chen, etwas ent­ge­gen zu wir­ken. Die geschickt ange­leg­ten Wege – und die Ein­kehr­stät­ten – wer­den gut und gern ange­nom­men, aber es bleibt bei einem ins­ge­samt ver­hält­nis­mä­ßig klei­nen Kreis zeit­in­ten­si­ver Geh-Aktiven.

Kurz­zeit­be­su­cher und Eine-Nacht-Gäste wer­den nicht und zu wenig, vor allem nicht ganz­jäh­rig, ange­spro­chen, inspi­riert und eingeladen.

Aber es stellt sich auch und dazu die Frage, wie und wovon leben die Bewoh­ner des Tales, -  wie gäste– und emp­fangs­freund­lich ist man in den ver­schie­de­nen Ort­schaf­ten, wie und was bie­ten die Gast­stät­ten, Wein­stu­ben und „Her­ber­gen“, — wel­che Rolle spie­len Hotels?

Wie groß ist die Gast­freund­schaft auf bei­den Sei­ten des Rheins, — kann zu einem Erle­ben auch ein Bele­ben kom­men – und dies zu allen Jahreszeiten?

Für ein behut­sa­mes Bele­ben und ein Rhein­tal­cha­rak­ter ent­spre­chen­des Erschlie­ßen des Tales könnte und sollte man sich auf die heu­tige und zukünf­tige Tech­nik, — auf den Ein­satz elek­tro­nisch gesteu­er­ter Trans­port­tech­nik besin­nen und über­le­gen, wie man ein allen Ort­schaf­ten zur Ver­fü­gung ste­hen­des „Gefährt“ instal­lie­ren  und ein­set­zen kann, -  Gefährte, die ohne den Lärm der Schiene und Strasse, die ver­schie­de­nen Ziele und Orte beid­seits des Rheins regel­mä­ßig oder auf Abruf – auch näch­tens – ansteu­ern kön­nen., — schwe­bend und leise.

Ansätze und eine erste Erpro­bung so einer Schwe­be­bahn gab es schon vor vie­len Jahren:

aus Anlaß der Gar­ten­schau in Mann­heim wurde mit­ten und quer durch die Stadt eine von einem Schwei­zer Inge­nieur ent­wi­ckelte „schwe­bende Stra­ßen­bahn“ instal­liert, — eine Schwe­be­bahn, die leise und unab­hän­gig von dem Stra­ßen­ver­kehr sehr erfolg­reich den Zubrin­ger­dienst zur Gar­ten­schau über­nahm. Für die zukünf­tige Gar­ten­schau in Koblenz  ist eine Gon­del­ver­bin­dung über den Rhein hin­auf zur Fes­tung Ehren­breit­stein vorgesehen.

So eine oder auf weit­ge­spann­ten Sei­len die wei­ter­ent­wi­ckelte „Schweizer-Bahn“ könnte die ganze Region bele­ben, — kein Pro­blem wären Rhein­über­que­run­gen in Ergän­zung zu den Auto­fäh­ren an belie­big vie­len Stel­len, — dis Dis­kus­sion um Sinn und Wider­sinn einer land­schafts­frem­den, den Ver­kehr zen­trie­ren­den Brü­cke wäre ad Absur­dum geführt.

Eine attrak­tive „Rheingau-Schwebebahn“ könnte mit den Aus­gangs­punk­ten Koblenz und Mainz neues Leben erwe­cken, — die Gemein­den Boden­heim, Nacken­heim und Oppen­heim könnte sich und Rhein­hes­sen anschließen.


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22. Dezember 2009
Autor: Hellmut Kanis