Die Versorgung einer Stadt
Effektiv . unauffällig . vielseitig
Wenn in einer Stadt früh vor dem Tag die meisten Menschen noch schlafen, dann sind viele andere – wie die Heinzelmännchen – schon unterwegs, um die Stadt und die Bevölkerung mit Brot, Milch, Getränken und frischen Obst zu versorgen, — lastwagenvoll. Wenn man sich für diesen Vorgang ein rationales und effektives System ausdenkt, dann könnte man sich eine ideale oder zumindest günstige Lösung so vorstellen, dass – möglichst „mitten in der Stadt“ — ebenerdig Bahn-Waggons und genau darüber auf einer überdachenden Plattform Lastwagen entladen und von da aus die Lieferungen abgeholt oder mit kleinen Transportern den Läden, Verkaufsstellen, Heimen und Krankenhäusern zugestellt werden könnten. Auf so einer Über-den-Gleisen-Plattform könnten verschiedene Hallen und Verwaltungsbauten, Parkplätze und Versorgungseinrichtungen für die Fahrer errichtet werden, — zur Kostendeckung wäre eine wirtschaftliche Nutzung anzustreben.
So eine Ideallösung mit einer zentrale Anfahr– und Verteilerstelle über den Gleisen der Bahn wird nicht in jeder Stadt möglich sein und realisiert werden können, aber in dieser Richtung sollten Untersuchungen angestellt werden, — die Situation z.B. in Mainz erscheint dafür besonders gut geeignet und fast wie vorgeplant zu sein:
Hier hat man in den letzten Jahren die Gleise am Hauptbahnhof mit einer Halle für Fahrgäste und Läden und Zugängen zu den Gleisen überbrückt und auch auf der Westseite eine Vorfahrt, einen Zugang und Parkplätze für Autos und Fahrräder geschaffen., — aber dabei blieb es dann auch.
Zwischen diesem Bahnhofs-Brückengebäude und Mombach liegen „mitten in der Stadt“ viele Gleise des ehemaligen Güterbahnhofes, — brach und ungenutzt. Eine vorausschauende und zielgerichtete Planung und Varianten– und ideenreiche Lösungen für eine zukünftige Nutzung und Gestaltung scheint seitens der Stadt nicht vorzuliegen, statt dessen ließ man am Rande dieses sich lang hinziehenden Brachgebietes an der Mombacher Straße eine ungeordnete und „wilde“ Bebauung zu.
Dabei bietet sich dieses Gleisgebiet für eine Fortsetzung der mit der Bahnhalle begonnenen Überbauung eindringlich an, — für Planer mit visionären Mut und der optimistische Kraft für den Eintritt in die sicher nicht leichten Verhandlungen mit den Ämtern der Deutschen Bahn. Vorarbeiten sind geleistet und könnten für Überbauungslösungen mit herangezogen werden:
„Vorn und hinten“, d.h. am Hauptbahnhof und über der Zwerchallee in Mombach sind Ansätze einer Hochstrasse vorhanden, vor allem auf der Mombacher Seite könnte von der Schiersteiner Brücke – der Autobahn auf dem Mainzer Ring – aus eine für den Innenstadtverkehr störungsfreie und leistungsstarken Zufahrt zu einer vielseitig nutzbaren Plattform über den Gleisen geschaffen werden.
Auf dieser Mainzer-Plattform könnten nicht nur „Markthallen“ und Verwaltungs– und Geschäftsräume entstehen, sondern auch Grünflächen und Übergänge von der Neustadt zum Westen der Stadt und Parkplätze und Garagen für die Transporter der Firmen und Läden in der Stadt vorgesehen, sondern auch ein „Omnibusbahnhof“ für Touristenbusse und die dazu erforderlichen Parkplätze eingerichtet werden.
Bei einer gründlich und phantasievollen Planung könnte ein vielseitige und wirtschaftliche Nutzung, die zur Entlastung des gesamten innerstädtischen Gefüges wesentlich und entscheidend beiträgt, ermöglicht werden.
Sicher werden die Verhandlungen mit der Liegenschafts– und Immobilenabteilung der Deutschen Bahn nicht einfach sein und manche bisher genehmigte Ansiedlung muß infragegestellt, geändert oder verlagert werden, — ein großes und weites Feld für schwerfällige und Bequemheit liebende Bedenkenträger, um von vornherein zu sagen:
zu utopisch, — zu teuer.
Aber es lohnt sich , darüber nachzudenken und sich planerisch vorausdenkend einzusetzen – zum Wohle einer humanen Stadt, zum Wohle einer fußgängerfreundlichen Kongress-, Einkaufs– und Wohnstadt Mainz.
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