Archive for the ‘Allgemein’ Category

Die AG Werkbundtag 2012 tagt

Donnerstag, April 12th, 2012

Mit Besu­chern aus dem Werk­bund Nordrhein-Westfalen.

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Die Ludwigsmeile

Mittwoch, August 10th, 2011

Die Fla­nier­meile zwi­schen Schil­ler­platz, Dom und Theater

In Mainz wächst im Zen­trum der Stadt ein Ein­kaufs­be­reich zwi­schen dem Bahn­hof am Römi­schen Thea­ter und dem Haupt­bahn­hof heran, der in man­chen Berei­chen ein süd­län­di­sches Wohlfühl-Flair aus­weist und nach wei­te­ren Ver­weil­zo­nen und Fla­nier­mei­len verlangt.

Es feh­len nur noch eine lie­be­voll ord­nende Hand und eine zukunfts­ge­rich­tete klein­tei­lige Gesamt­pla­nung für die­sen Teil der Innen­stadt, – ein schlüs­si­ger Plan der Stadt, der für Inves­to­ren inter­es­sant und nach­voll­zieh­bar ist und die Bereit­schaft zum Ein­ord­nen weckt.Wie dring­lich ein sol­ches Durch­den­ken und eine Dar­stel­lung der viel­sei­ti­gen Mög­lich­kei­ten sind und wie not­wen­dig das Sicht­bar­wer­den der Hal­tung und Selbst­ach­tung und –erhal­tung einer mit Recht stol­zen alten Stadt ist, wird in die­sem Wochen, in denen ein gro­ßes Kauf­haus­ma­nage­ment an sich „lebens­spen­dend“, aber womög­lich mit Groß­bau­ten ver­sucht, in die­ses Gefüge ein­zu­drin­gen, deutlich.

Die­ses Ein­drin­gen in die städ­te­bau­li­che Offen­heit und die Ein­en­gung der Pla­nung auf ein eng­be­grenz­tes Areal und ein­zelne Gesichts­punkte ver­krampft und ver­här­tet die Dis­kus­sion auf ein Für und Wider bis hin zu einer Vielwortdurcheinander-Sprachlosigkeit, – noch ist es Zeit, ruhig und vor­fest­le­gungs­frei die Fra­gen und Belange des Ein­zel­han­dels, der Kun­den und Gäste und die Ein­glie­de­rung von gro­ßen Ein­kaufs­häu­sern und –zen­tren zu prü­fen, zu sich­ten und abzu­wä­gen und Vari­an­ten zeich­ne­risch zur Dis­kus­sion zu stellen.

Dazu gehö­ren vor­ran­gig auch die Fra­gen und Pro­bleme der Mobi­li­tät, – dazu eini­ges unter www.dwbrlp.de@kanis-kolumne:
6.10.2009 „Stadt und Tou­ris­tik“ , 17.11.2009 „Ein­kaufs­zo­nen. Ein­kaufs­be­rei­che“
„Innen­stadt. Ein­kaufs­stadt“, 25.01.2011 „Stadt­ge­dan­ken 72“, 01.02.2011 „Stadt­ge­dan­ken 2011

Auch Bezeich­nun­gen und eine Lang­zeit beste­hende Wort­wahl müs­sen frei­ge­stellt wer­den, – es han­delt sich bei den städ­te­bau­li­chen Betrach­tun­gen nicht um die Lud­wig s t r a ß e , son­dern um einen erleb­nis­rei­chen Fuß­gän­ger­be­reich vom Schil­ler­platz bis zum Fisch­tor­platz und dem Rhein, – einen son­nen­hel­len offe­nen Fla­nier– und Ver­weil­be­reich, – einer durch Bom­ben und Ver­wüs­tun­gen zusam­men­hän­gend ermög­lich­ten milia pas­suum, einer „römi­schen Meile der tau­send Schritte“.

Alte Sti­che, Bil­der und Fotos machen deut­lich, wie eng vor­mals die ( Ver­kehrs– ) Straße und wie dun­kel diese Schlucht zwi­schen hohen Häu­sern der Fes­tungs­stadt war, – durch eine in den letz­ten Jah­ren durch­ge­führte – wei­ter wach­sende – Ver­bäu­mung und der dadurch mar­kier­ten und abge­grenz­ten Bus­spur­straße hat „man“ rück­wärts­ge­wandt, einem „freien Leben“ ent­ge­gen­wir­kend, nicht nur optisch sich einem alten Zustand wie­der angenähert.

Noch kann man ahnen, wel­che Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten zwi­schen der jetzt beste­hen­den alten „Stra­ßen­kante“ und den zurück­ge­setz­ten „Blö­cken“ gegen­über beste­hen, – mit oder ohne Pavil­lons, mit oder ohne Über­da­chun­gen, – ob ein– oder zwei­ge­schos­sig, – man kann sich bei einer sorg­fäl­ti­gen und mensch­be­zo­ge­nen Pla­nung und Gestal­tung vor­stel­len, dass durch gärt­ne­risch gestal­tete Frei­räume und angren­zende durch­läs­sige Ver­kaufs­räume einer­seits die not­wen­di­gen Quer­ver­bin­dun­gen ent­ste­hen und ande­rer­seits die sonn­hel­len und beschirm­ten Frei­räume zum Ver­wei­len ein­la­den, – zu einem mainz­ge­mä­ßen Leben.

Zu die­sem Leben gehö­ren auch benach­barte, behut­sam umsorgte und ein­be­zo­gene Ruhe– und Besin­nungs­zo­nen und –berei­che, wie der Bischofs­platz. Die geglie­derte Viel­fäl­tig­keit sollte erhal­ten blei­ben und auch über eine „wohn­li­chere“ Ord­nung des Plat­zes vor dem Guten­berg und dem Thea­ter nach­ge­dacht werden.

Nach­ge­dacht wer­den sollte bei die­sen Neu­ord­nungs­über­le­gun­gen auch dar­über, ob nicht doch der Bus­ver­kehr aus die­sen Platz– und Fla­nier­be­rei­chen her­aus­ge­nom­men und umge­lei­tet wer­den kann.

Molter-Linnemann Architekten ausgezeichnet

Sonntag, April 17th, 2011

Das Haus des Was­sers in Kai­sers­lau­tern, ent­wor­fen von Molter-Linnemann Archi­tek­ten BDA dwb, hat den Archi­tek­tur­preis Rheinland-Pfalz 2011 erhal­ten. Mit dem Umbau des Was­ser­werks Rote Hohl 2006 bis 2008 wurde die tech­ni­sche Funk­tion des Gebäu­des erwei­tert: Es wer­den darin Infor­ma­tio­nen ver­mit­telt über Was­ser als Res­source, seine Gewin­nung, Auf­be­rei­tung und Ver­tei­lung. Dar­über hin­aus bie­tet das Haus des Was­sers Raum für Aus­stel­lun­gen, Semi­nare und Veranstaltungen.

Fil­ter­halle im Haus des Was­sers, Kai­sers­lau­tern (Foto­graf: Michael Heinrich)

Essenz des neuen Raum­kon­zepts von Molter-Linnemann Archi­tek­ten ist es, ursprüng­lich abge­schlos­sene Räume in Bezie­hung zu set­zen. Bewe­gungs­flüsse wer­den durch Durch­brü­che in der Ver­ti­ka­len wie in der Hori­zon­ta­len mög­lich. Türen, die gewöhn­lich bün­dig einen Raum abschlie­ßen, rücken in das Raumin­nere. Die Hier­ar­chie der Räume ver­än­dert sich und neue Nut­zungs­mög­lich­kei­ten entstehen.

Die Sil­hou­ette des Bau­kör­pers ist bewusst nied­rig aus­ge­bil­det. (Foto­graf: Chris­tian Köhler)

Eine dunkle Fas­sade betont die klare Form des Gebäu­des und fügt es in den umlie­gen­den Wald ein. (Foto­graf: Chris­tian Köhler)

Die Lobby im Haus des Was­sers. (Foto­graf: Michael Heinrich)

Ein blauer Zugang zur Fil­ter­halle des Was­ser­werks. (Foto­graf: Michael Heinrich)

Der Vor­trags­raum im Haus des Was­sers. (Foto­graf: Michael Heinrich)

Stadtgedanken 2011 . Bestandsaufnahme . Zukunft

Dienstag, Februar 1st, 2011

In einer vom Ober­bür­ger­meis­ter ein­be­ru­fe­nen Gemein­schafts­sit­zung aller Fach­leute wurde 1972 in Mainz sei­tens des Städ­te­bau­bei­ra­tes pla­ka­tiv das „Rohr­post­sys­tem“ zur Dis­kus­sion gestellt:

  • Der Fern­ver­kehr auf der Auto­bahn im deut­li­chen Abstand von den Städ­ten als Ver­bin­dung zwi­schen den Ballungsgebieten.
  • Die Zubrin­ger die den Ziel­ver­kehr von die­sen Fern­ver­kehrs­stra­ßen, den Auto­bah­nen, in „Röh­ren“, d. h. in lärm­ab­ge­schirm­ten Schnell­stra­ßen in die jewei­li­gen Städte brin­gen – mit „Auf­fang­kör­ben für die Blech­kap­seln“ am Ende, d. h. mit jeweils direk­ter Ein– und Zufahrt in Parkhäuser.
  • Der Stadt­ver­kehr der in einem inner­städ­ti­schen Kern­be­reich ohne Last­wa­gen­be­las­tung und weit­ge­hend auch ohne Per­so­nen­wa­gen­zu­las­sung aus­ge­wie­sen und auf ande­rer Art mobi­li­täts­in­ten­siv aus­ge­baut wird.

Im Herbst 2010 – fast 40 Jahre nach die­sen Richt­li­nien für eine zukünf­tige Stadt­ent­wick­lung und Ver­kehrstruk­tu­ren für Mainz suchen­den Sit­zung – zeigte der Süd­west­funk in einer ein­drucks­vol­len nano–Spe­zi­al­sen­dung Mög­lich­kei­ten für eine „Mobi­li­tät von Mor­gen“ und berich­tete von gelun­ge­nen Bei­spie­len  – in ande­ren Städten.

Zunächst wird die Frage auf­ge­wor­fen, wo es sich lohnt, zu inves­tie­ren, wenn man eine „Mobi­li­tät von und für Mor­gen“ auch tat­säch­lich errei­chen will, und die Fest­stel­lung getrof­fen, dass die Straße hier­für keine zukunfts­ge­rechte Per­spek­tive biete und dass nur die Bahn noch Reser­ven habe und aus­bau­fä­hig sei – aller­dings bei ent­spre­chen­der – poli­ti­scher – Wei­chen­stel­lung: weg von einer wei­te­ren allei­ni­gen pres­ti­ge­süch­ti­gen Höchstgeschwindigkeits-ICE-Förderung, abgesehen von inter­na­tio­na­len Ver­bin­dun­gen und tech­ni­scher Ver­ein­heit­li­chung, hin zur „Bahn für viele“ und takt­mä­ßi­ger Ver­net­zung des Nah­ver­kehrs auch in der Flä­che – bis hin zur Reak­ti­vie­rung still­ge­leg­ter Strecken.

Am Bei­spiel Mett­mann wird gezeigt und bewie­sen, dass es bei einer kon­se­quen­ten Pla­nung in Gemein­schaft mög­lich ist, auch „die Flä­che“, die bis­her nur mit dem Auto erreich­bar war, anzu­schlie­ßen und in den städ­ti­schen Nah­ver­kehr von Düs­sel­dorf mit ein­zu­bin­den. –gegen­über Bus­an­schlüs­sen mit einer hohen Nutzungssteigerung.

Dass es dane­ben auch einen eigen­ge­steu­er­ten Individual-Fahrverkehr geben kann, zeigt das in Ulm prak­ti­zierte Bei­spiel: hier ste­hen dem Nut­zer Elektro-Mobile, die an ver­schie­dens­ten Stel­len der Stadt ste­hen und mit dem Handy geor­tet, mit einem Chip über­nom­men und nach der Nut­zung „irgendwo“ wie­der ver­las­sen und abge­stellt wer­den kön­nen, zur per­sön­li­chen Verfügung.

Für den Bericht­er­stat­ter, der für den Mit­tel­rhein – und dar­über hin­aus – seit län­ge­rer Zeit eine „schwe­bende Stra­ßen­bahn“ vor­ge­schla­gen hat und wei­ter­hin vor­schlägt, ist es beson­ders erfreu­lich und befrie­di­gend, dass auf ein Bei­spiel in der nano–Sen­dung hin­ge­wie­sen wer­den kann, bei dem eine ganze Stadt höchst wirt­schaft­lich und effek­tiv neben Bus­sen und Bah­nen erfolg­reich mit einer Seil­bahn erschlos­sen wird – in Algerien.

Und was tut sich in Rheinland-Pfalz, in Rhein­hes­sen – in Mainz?

Stadtgedanken 72 . Rückblick . Vorausblick

Dienstag, Januar 25th, 2011

Im Jahre 1972 stan­den wie­der ein­mal die Ver­kehrs­pro­bleme der Stadt in der Dis­kus­sion, –Straßenbau-Ingenieure leg­ten Pläné vor, die soge­nannte – auto­bah­n­ähn­li­che – „Stadt­kern­t­an­gen­ten“ bis ins Kern­ge­biet der Innen­stadt vor­sa­hen, -
der Städ­te­bau­bei­rat stemmte sich in einer öffent­li­chen, vom Ober­bür­ger­meis­ter ein­be­ru­fe­nen Sit­zung dagegen:

Sehr geehr­ter Herr Ober­bür­ger­meis­ter, sehr geehrte Damen und Herren !

Städ­te­bau lebt von dem Mut, Ziel­vor­stel­lun­gen zu for­mu­lie­ren und  f e s t z u l e g e n, Städ­te­bau lebt von dem Ver­mö­gen, Erkennt­nisse grund­sätz­li­cher Art auf örtli­che Eigen­hei­ten und Gege­ben­hei­ten zu übertragen.

Mainz hat durch die nun­mehr vor­lie­gende umfas­sende Vor­ar­beit der Arge regioplan-Kocks-Ingenieure Unter­la­gen geschaf­fen, die es ermög­li­chen, Plan­vor­stel­lun­gen durch­zu­spie­len und über­prüf­bar zu machen.

Dies scheint uns der geeig­nete Zeit­punkt zu sein, ver­kehrs­tech­ni­sche Fra­gen auf­zu­grei­fen und in einen Gesamt­zu­sam­men­hang zu stellen.

Der Städ­te­bau­bei­rat begrüßt es des­halb sehr, dass Sie, sehr geehr­ter Herr Ober­bür­ger­meis­ter, an dem erbe­te­nen Fach­ge­spräch mit Ingenieurbau-Fachkollegen zusam­men mit Herrn Bür­ger­meis­ter Letroid und den Her­ren der Ver­wal­tung teil­neh­men.
Gestat­ten Sie mir bitte. dass ich als Spre­cher des Städ­te­bau­bei­ra­tes die gemein­schaft­lich erar­bei­tete Mei­nung, die natür­lich bei den uns zur Ver­fü­gung ste­hen­den Unter­la­gen und Mit­teln nicht bis in die Detail­punkte geklärt sein kann, wie folgt vortrage:

Auf der Tages­ord­nung der heu­ti­gen Sit­zung steht als Punkt 1 die Pro­ble­ma­tik über ein seit Wochen in der Presse wie­der stark dis­ku­tier­tes Teil­stück einer geplan­ten inner­städ­ti­schen Straße, der sogen, „Stadt­kern­t­an­gente“ –
es steht damit das Pro­blem der „Straße in der Stadt“ ganz all­ge­mein zur Diskussion.

Schon vor Jah­ren wurde in der Uni­ver­si­tät Mainz ein Farb­film unter dem Titel:
„Die Straße – Pro­blem Nr.1“ gezeigt –
nur,
Pro­blem Nr.1 ist nicht die Straße, son­dern die lebens­fä­hige, die pul­sie­rende Stadt – Pro­blem Nr.1 ist das Woh­nen, das Leben und das Arbei­ten der Men­schen in einer Stadt.

Neben  dem vor­dring­li­chen Pro­blem, den Men­schen in einer Stadt  ange­mes­sene, anspre­chende – die­nende – Nah­ver­kehrs­mit­tel zur Ver­fü­gung zu stel­len, ist eines der ande­ren Pro­bleme, eine funk­ti­ons­ge­rechte und funk­ti­ons f ä h i g e  Ord­nung der Adern, der Ver­kehrs­adern, auch für den Individual-Verkehr – eine d i f f e r e n z i e r t e  Ord­nung der Stra­ßen zu schaf­fen und ihnen ver­schie­de­nen Auf­ga­ben zuzuweisen.

Die Bezeich­nung „Straße“ ist des­halb  zunächst nur ein Sam­mel­be­griff für ganz  ver­schie­de­nen Arten von Stra­ßen – bis hin zu dem Bereich, der ganz dem zu Fuß gehen­den  Bür­ger und den Kin­dern zuge­ord­net ist.

Neben die­sem Bekennt­nis zur Urban­straße – zur Ver­schnauf– und Ein­kaufs­straße – muss aber auch deut­lich der Hin­weis ste­hen, dass natür­lich das von uns allen so gern genutzte Indi­vi­du­al­fahr­zeug, das Auto, so, wie wir es heute ken­nen, jetzt und in über­schau­ba­rer Zukunft seine Exis­tenz­be­rech­ti­gung – mit all den sich dar­aus erge­ben­den Fol­gen und Kon­se­quen­zen – hat und haben wird.

Wir wis­sen, dass die Erfin­dung die­ses Pri­vat­fahr­zeu­ges in der zwei­ten Phase mit­half, ein Abstandspri­vi­leg der Obrig­keit, der Herr­schen­den, der Rei­chen und Bevor­zug­ten abzu­bauen und allen „Auch­be­sit­zern“ erst die volle indi­vi­du­elle Bewe­gungs­frei­heit und damit ein bis dahin nicht gekann­tes Gefühl der Frei­heit und Unab­hän­gig­keit – zumin­dest dem Anschein nach – zu geben, ein Stück Unab­hän­gig­keit, auf das in vie­len ande­ren Län­dern – obrig­keits­be­dingt – noch mit Sehn­sucht gewar­tet wer­den muss.

Wir gehen also von der Vor­aus­set­zung aus, dass das indi­vi­du­ell zu bedie­nende und zu len­kende Eigen– oder Leih­fahr­zeug beherr­schend blei­ben, dass es tech­nisch ver­bes­sert wer­den und sich zah­len­mä­ßig noch ver­meh­ren wird.

Wir brau­chen dem­zu­folge heute und in der Zukunft die hier­für geeig­ne­ten,
g e f a h r e n a r m e n  Stra­ßen – wir brau­chen auch im ver­mehr­ten Maße die “auto­ge­rechte” Straße. Die in letz­ter Zeit zu hörende For­de­rung nach einer „auto­ge­rech­ten Stadt“ zeugt dage­gen ledig­lich von einer völ­lig ver­wirr­ten und irri­gen Vor­stel­lungs– und Begriffswelt.

Las­sen  Sie uns bitte – und die anwe­sen­den ver­ehr­ten Straßenbau-Fachkollegen mögen gütigst ver­zei­hen – den Sam­mel­be­griff „Straße“ aus der Sicht der Archi­tek­ten unterteilen:

  1. in die Gruppe der Straße für Fußgänger,
  2. in die Gruppe der Nor­mal­stra­ßen, die allen Belan­gen dient und
  3. in die Gruppe der Auto­stra­ßen, die die alten Rei­se­stra­ßen und Han­dels­wege ersetzt.

Wel­che Bewun­de­rung für Inge­nieur­leis­tun­gen und für die Gestal­tungs­kraft betei­lig­ter Archi­tek­ten emp­fin­det der, der sich über die brei­ten, frei sich prä­sen­tie­ren­den Bän­der land­schafts­ein­ge­bun­de­ner Auto­bah­nen mit ihren Via­duk­ten z. B. im Teu­to­bur­ger Wald oder über die neuen Teil­stre­cken in unse­ren Land tra­gen lässt. Diese von jeder Rand­be­bau­ung frei­ge­hal­te­nen. für schnelle Fahr­zeuge aus­ge­leg­ten, land­schafts­ein­ge­bun­de­nen Auto­stra­ßen ver­bin­den Bal­lungs­ge­biete. Dort drin­gen sie in diese ein, sie wer­den zu Umge­hungs­stra­ßen, zu Stadt­au­to­bah­nen und zu Stadt­rin­gen -
sie lösen die bis­her durch die  Stadt  h i n d u r c h  geführ­ten Land­stra­ßen, die in der Stadt Markt­platz­stra­ßen und Han­dels­mit­tel­punkte waren, kon­se­quent und auf­ga­ben­tei­lend ab.

Aber diese neuen Schnell­stra­ßen – und das muss klar erkannt und bekannt wer­den – sind Tren­nungs­li­nien  und Tren­nungs­strei­fen – sie tren­nen Städte und Stadt­teile voneinander.

Diese moder­nen „Land­stra­ßen“, die geschlos­sene und zusam­men­ge­hö­rige Stadt­ge­füge mei­den soll­ten, kön­nen nicht gleich­zei­tig die Auf­gabe über­neh­men, Autos  rasch und zeit­lich bere­chen­bar als Ziel­ver­kehr in dicht  bebaute Zen­tren oder Stadt­kerne hin­ein oder von dort her­aus­zu­füh­ren – es muss die das Stadt­ge­füge nicht stö­ren­den oder zer­schnei­den­den – womög­lich sogar ver­deck­ten – Zubrin­ger­stre­cken bis an Ver­tei­ler­stra­ßen und Stadt­ringe heran geben –
der Ide­al­fall wäre, wenn dann hier alle „Land­kut­schen“ in Park­häu­sern – ähnlich einer „Rohr­post­an­lage mit Auf­fang­korb“ – auf­ge­fan­gen und ste­hen blei­ben könn­ten und müssten.

Von hier aus müss­ten reich­lich Nah­ver­kehrs­fahr­zeuge  ver­schie­dens­ter Art oder innen­städ­ti­sche Individual-Kapseln, z. B. in Form von Elektro-Leihwagen, zur Ver­fü­gung ste­hen – nur luft­ver­schmut­zungs­freie Fahr­zeuge dürf­ten zuge­las­sen werden.

Lei­der müs­sen wir wohl aber noch auf  lange Sicht davon aus­ge­hen, dass die Fern­fahr­zeuge auch auf die inner­städ­ti­schen Allgemein-Verkehrsadern über­ge­lei­tet und her­ein­ge­las­sen wer­den müs­sen, aber es soll­ten zumin­dest alle mög­li­che Anreize gebo­ten wer­den, damit diese Fahr­zeuge  – durch­aus city­nah – ste­hen gelas­sen wer­den können.

Das inner­städ­ti­sche Stra­ßen­ge­füge sollte auch breite Fahr­stras­sen bei­be­hal­ten –  aber auch diese soll­ten so sein, dass bei der nötige Geschwin­dig­keits­be­schrän­kung eine Atmo­sphäre herrscht, bei der/die Autofahrer/in gene­rös mit einer Hand­be­we­gung dem Fuß­gän­ger auch ein­mal außer­halb eines bezeich­ne­ten Übergangs den Vor­tritt las­sen -
alle Durch­fahr­hek­tik und grim­mige Fernziel-Strebigkeit soll­ten abge­baut und aus­ge­schlos­sen, die Stra­ßen am Rhein – Rhein­al­lee und Rhein­straße –  soll­ten streng vom Fern– und Durchfahr-Verkehr befreit werden.

Wenn wir nach die­sen all­ge­mei­nen Vor­be­trach­tun­gen unsere Stadt unter die­sen Leit­bild
– Zubrin­ger­stra­ßen mit je einem Park­haus am Ende und
   Nah­ver­kehrs­an­schluss –
anhand der vor­lie­gen­den Skiz­zen betrach­ten, so wird deut­lich, dass wir auch die rechts­rhei­ni­sche Seite mit Kas­tel und Kost­heim in die Betrach­tung mit ein­be­zie­hen müs­sen. Wir müs­sen sichern, daß ein Stadt­ge­füge am Strom her­an­wach­sen kann, das ein fast ein­ma­lig güns­tig gele­ge­nes Erho­lungs– und Grün­ge­biet beid­sei­tig des Stro­mes und auf Inseln im engs­ten City­be­reich hat. 

 ( Es fol­gen Bei­spiele, die das vor­ge­schla­gene „Rohrpost-System“ – Zubrin­ger­stra­ßen mit  jeweils einem Park­haus und Nah­ver­kehrs­an­schlüsse am Ende –  näher erläutern .)

Bevor wei­tere Ein­zel­hei­ten und Ein­zel­fra­gen dar­ge­legt wer­den, darf ich unsere heu­ti­gen Gesprächs­part­ner, ins­be­son­dere unsere Ingenieur-Kollegen, bit­ten, ihr fach­li­ches Wis­sen und ihre Erfah­run­gen in eine offene, der Sache und der Stadt die­nen­den Dis­kus­sion ein­zu­brin­gen. Wir mei­nen, dass alle, womög­lich seit Jah­ren vor­lie­gen­den Plan­vor­stel­lun­gen vor der Frei­gabe der Aus­füh­rung in einem Kreis, wie heute, noch­mals dis­ku­tiert und im Hin­blick auf dem Stand der heu­ti­gen Tech­nik über­prüft wer­den soll­ten, wir sind sicher, dass in sol­chen gemein­sam geführ­ten Gesprä­chen wert­volle Erkennt­nisse, gegen­sei­ti­ges Ver­ste­hen und auch Überein­stim­mung gefun­den wer­den kön­nen.
Ich danke Ihnen für Ihre Geduld des Zuhö­rens.“     ( Hell­mut Kanis )
 

Städ­te­bau lebt von Weit­blick und dem Mut, Visio­nen und Ziel­vor­stel­lun­gen zu kon­kre­ti­siere. Städ­te­bau lebt von dem Wil­len und Ver­mö­gen, in die Zukunft wei­sende Erkennt­nisse auf­zu­neh­men und auf die örtli­chen Gege­ben­hei­ten zu übertragen.

In einer auf­rüt­teln­den Spe­zi­al­sen­dung – „NANO spe­zial“ – des Süd­west­funks im Herbst 2010 wird anhand von aus­ge­führ­ten Bei­spie­len gezeigt, wie man eine „Mobi­li­tät von Mor­gen“ sichern und ermög­li­chen kann, – in Städ­ten, Gemein­den, Land­schaft und Flä­chen­ge­bie­ten. Dar­über ist noch zu berich­ten und zu fra­gen, inwie­weit und wo diese Gedan­ken inzwi­schen umge­setzt und ver­wirk­lich wor­den sind und ob Mainz mit sei­nem Umland dar­auf vor­be­rei­tet ist oder schon dies­be­züg­lich – zumin­dest pla­ne­risch – Vor­sorge getrof­fen hat. 

 

Die Bahn und das Rheintal — Notwendigkeit . Verträglichkeit

Dienstag, November 23rd, 2010

Wenn man die Karte von  Europa ansieht, wird deutlich, dass eine leis­tungs­fä­hige Trans­port­ver­bin­dung zwi­schen Rot­ter­dam und Genua eine Not­wen­dig­keit darstellt.

In die­sen Tagen zeug­ten Bil­der und Berichte von dem höhen­ge­nauen Durch­stich der Tun­nel­röh­ren  tief unter dem Gott­hard von hoher Inge­nieur­kunst und –kön­nen und von der Wil­lens­kraft der Erbauer — Europa wächst auch hier wei­ter zusammen.

In weni­gen Jah­ren wird  – da die opti­mis­ti­schen Ziel­vor­ga­ben bei der Absicht, „Güter­ver­kehr von der Straße auf die Schiene“ zu brin­gen, nicht erreicht wer­den, da wei­ter­hin der Stra­ßen­last­ver­kehr zuneh­men und auch ein erhöh­ter Ein­satz von  Schiffs­trans­por­ten nicht wesent­lich zu Buche schla­gen wird – vor allem der Güter­ver­kehr auf der Schiene, dazu ver­stärkt durch die Frei­gabe des Gott­hard­tun­nels, wei­ter zuneh­men und das Rhein­tal gestei­gert belasten.

Dem Gedan­ken und Vor­schlag, die­sen Ver­kehr aus dem Tal her­aus­zu­neh­men, Schnell­tras­sen mit­zu­be­nut­zen oder eine neue Güter­trasse anzu­le­gen, ste­hen bahn­tech­ni­sche Schwie­rig­kei­ten ent­ge­gen:
Die ICE-Trasse über Mon­ta­bauer ist nicht für die Güter­las­ten vor­ge­se­hen und aus­ge­legt, und eine Güter­trasse dane­ben schei­tert an den für Güter­las­ten unge­eig­ne­ten Steil­stre­cken  bei der Über­win­dung der Höhen­un­ter­schiede.
Der Gott­hard­tun­nel ist aus gutem Grund ein Flachstreckentunnel.

 Solange nicht ähnli­che fla­che Berg-Tunnel-Lösungen denk­bar und mach­bar sind, bleibt der Schie­nen­ver­kehr auch wei­ter im Tal und damit die Frage nach Ver­träg­lich­keit beste­hen –
die Frage, wie kann man die Ver­kehrs­be­las­tun­gen redu­zie­ren und die Men­schen und das Welterbe-Tal vor zusätz­li­chem Lärm und Durch­fahr­ver­kehr schützen.

 Diese ganze Pro­ble­ma­tik hat das vom Deut­schen Werk­bund Rheinland-Pfalz mit­ge­grün­dete „rhein­kol­leg“  – mit Sitz in Speyer – auf sei­ner 14. inter­na­tio­na­len Jah­res­ta­gung im Jahre 2006 in Bacha­rach aus­führ­lich und fach­lich hoch­ran­gig besetzt behan­delt – die Doku­men­ta­tion die­ser Tagung „Welt­erbe zwi­schen Strom und Schiene“ mit den Beiträgen:

  • 10 Jahre nach der Rheintalkonferenz
  • Poli­tik für Lärm­schutz und –vermeidung
  • Schien­ver­kehrs­lärm halbieren
  • Lärm­arme Schienfahrzeuge
  • Die Güter­wa­gen der Zukunft
  • Der Gott­hard­ba­sis­tun­nel
  • Nie­der­lande set­zen auf inno­va­ti­ven Lärmschutz
  • Geo­lo­gie des Mittelrheintales
  • Orts­bil­der am Mittelrhein
  • Hof­struk­tu­ren schir­men Lärm ab
  • Rhein­tun­nel bei St. Goar
  • Lore­ley – Leit­pro­jekt für das Mittelrheintal

 
stand und steht unter dem Auf­ruf: „Das Mit­tel­rhein­tal ruft um Hilfe“.

( Her­aus­ge­ber: rhein­kol­leg e.V. , Maxi­mi­li­an­straße 100, 67346 Speyer  Inter­net: www.rheinkolleg.de,info@rheinkolleg.de  )

Die Fra­gen und Pro­bleme beste­hen noch heute und ein­schnei­dende Lösun­gen las­sen auf sich war­ten — aber man­che Bemü­hun­gen um Hilfe wer­den  sicht­bar oder angekündigt:

Die EU will ein Bonus­sys­tem für „leise Wag­gons“ ein­füh­ren,  der Ver­kehrs­mi­nis­ter von  Rheinland-Pfalz for­dert ein Tras­sen­preis­sys­tem und das Bunds­ver­kehrs­mi­nis­te­rium hat in der letz­ten Woche 7,5 Mil­lio­nen Euro frei­ge­ge­ben, damit zunächst 1260 Wagen umge­rüs­tet (?) wer­den können.

Sol­che durch­aus erfreu­li­che Mel­dun­gen und Maß­nah­men lösen aber nicht das Grund­pro­blem: das von ver­schie­de­nen Sei­ten ange­spro­chene Haupt­pro­blem mit dem schep­pern­den Gestän­ge­brem­sen der „Wag­gons aus der Kai­ser­zeit“ ist nicht nur ein deut­sches, son­dern ein euro­päi­sches Pro­blem: Tau­sende alte und tech­nisch über­holte Güter­wa­gen wer­den von allen Län­dern in Europa auf die Schiene geschickt — nicht zu letzt von den „armen Ostländern“.

Da hilft kein Bonus– oder Preis­sys­tem — da hilft nur ein gene­rel­les Fahr­ver­bot für alle diese Alt­wa­gen – durch die EU.

Bis der Aus­bau des Gott­hard­tun­nels been­det sein wird, haben die Län­der genü­gend Zeit für eine Anschaf­fung moder­ner und tech­nisch auf neu­es­tem Stand befind­li­chen Transportwagen.

Die Kos­ten für die Kon­struk­tion und den Bau neuer Wag­gons mit moder­nen Brem­sen sind im Ver­gleich zu den Kos­ten des Gott­hard­tun­nels gering. Die EU sollte eine ent­spre­chend Lärm­min­de­rungs­ak­tion aus­ru­fen und alle Län­der, je nach Bedarf, finan­zi­ell unterstützen.

Aber auch Schutz­maß­nah­men, wie stre­cken­weise Unter­tun­ne­lun­gen – z.B. die seit 1912 immer wie­der gefor­derte und pla­ne­risch in meh­re­ren Vari­an­ten seit viele Jah­ren erar­bei­te­ten Vor­stel­lun­gen für eine Unter­tun­ne­lung vor Rüdes­heim – soll­ten ohne wei­te­res Zögern als eine der wich­ti­gen euro­päi­schen Auf­ga­ben in Angriff genom­men wer­den –
es sollte eine Ver­träg­lich­keit mit den Ver­kehrs­trä­gern ange­strebt und durch­ge­setzt werden.

Welterbe Mittelrhein . Erhaltung und Zukunft

Dienstag, November 9th, 2010

Wenn eine Region oder ein gan­zes Tal als Welt­erbe ein­ge­stuft und aner­kannt wird, dann wird ins­be­son­dere auch aner­kannt, dass die Bewoh­ner und die Ver­ant­wort­li­chen ver­stan­den haben, diese Land­schaft und den Lebens­be­reich unver­fälscht und sorg­sam zu erhal­ten — es bedeu­tet nicht, den der­zei­ti­gen Zustand fest­zu­schrei­ben und ein für alle Mal gänz­lich unver­än­dert zu belas­sen — es sol­len sicher keine „ver­staub­ten Museen“, aber auch keine „lus­ti­gen Disney-Landschaften“ entstehen.

Wenn man sich also der Zukunft, der Tech­nik und der Ent­wick­lung nicht ver­schließt, dann sollte über­legt wer­den, wie man alte Struk­tu­ren erhal­ten und neue Tech­ni­ken ein­set­zen, wie man den ansäs­si­gen Men­schen Exis­tenz­si­cher­heit geben, wie man sich heu­ti­ger Tech­ni­ken bedie­nen und trotz­dem den Cha­rak­ter der Land­schaft erhal­ten und­wie man den Gäs­ten und Tou­ris­ten ohne Hek­tik, Rum­mel und Ober­fläch­lich­keit das Erlebnis„Mittelrhein“ anbie­ten und nahe­brin­gen kann.

In unse­rer schnel­le­bi­gen Zeit ver­lie­ren sich rasch und allzu leicht Gründ­lich­keit, Ent­spannt­heit und Gelas­sen­heit — viele haben dies erkannt, und so zeigt sich auf der ande­ren Seite, dass auch wie­der „Zonen der Ruhe“ gesucht werden.

So wer­den die inzwi­schen sorg­fäl­tig, land­schafts­ge­recht und erleb­nis­reich ange­leg­ten Wan­der­wege am Rhein und die Forst-Führungen gern und im stei­gen­den Maße angenommen.

Wei­tere The­men, Gedan­ken und Vor­schläge, die das Tal am Mit­tel­rhein als freund­li­ches Gast­land aus­wei­sen und Gäste zum Ver­wei­len ein­la­den, soll­ten gründ­lich und in Gemein­schaft dis­ku­tiert und durch­dacht wer­den — wie z.B.:

Aktion Bet­ten am Rhein
Vier-Tage-Erlebnisbesuche
Bur­gen und Schlös­ser
Steil­hang, Wein und Win­zer
Kon­zerte, Aus­stel­lun­gen, Ver­an­stal­tun­gen
Boot– und Zubrin­ger­dienste
Schiffe und Fäh­ren
„Stra­ßen­bahn“, Gon­deln und Schwe­be­bahn
Bähn­chen und Tou­ris­mus
Leih­rä­der und Behin­der­ten­fahr­zeuge
„Tante-Emma-Läden“ und Ver­sor­gung
Die Eisen­bahn. Son­der­züge
Bahn­höfe, Park­plätze, Anle­ge­stel­len
Kon­gresse, Stu­dium und Schu­lung
Flug­hä­fen und Zubrin­ger­dienste
Wer­bung, Infor­ma­tion und Vermittlung

Es gibt dar­über hin­aus sicher noch eine Fülle von prak­ti­ka­blen Anre­gun­gen und Vor­schlä­gen, die erbe­ten und gesam­melt wer­den können.

Die in Mainz und Koblenz gedruck­ten Zei­tun­gen und die Orts­blät­ter soll­ten dafür offen­ste­hen und sich als Mitt­ler zur Ver­fü­gung stellen.

Der in der letz­ten Kanis­ko­lumne vor­ge­schla­gene „Sich­tungs­kreis“ sollte bald ein­ge­rich­tet wer­den, regel­mä­ßig tagen und „sich­ten“ und die ein­ge­brach­ten Ideen zusam­men mit den Bewoh­nern, Anlie­gern und Inter­es­sen­ten zur Reife brin­gen und dann auch die Durch­füh­rung begleiten.

Wenn für ein zukunfts­ge­rech­tes Den­ken eine echte dis­kus­si­ons­freu­dige Mittelrhein-Gemeinschaft eine Selbst­ver­ständ­lich­keit wird, so wird auch bald eine die ganze Region bele­bende und für Gäste und Besu­cher spür­bare und nötige Auf­bruch­stim­mung entstehen.

Das Mit­tel­rhein­tal hat Zukunft.

Das Mittelrheintal. Mensch und Landschaft

Dienstag, Oktober 26th, 2010

Das mit­ten in Europa lie­gende und zum Welt­erbe erho­bene Teil­stück des Rheins zwi­schen den Bal­lungs– und Wirt­schafts­ge­bie­ten Mainz und Koblenz stellt ein welt­weit bekann­tes und besun­ge­nes Kleinod einer roman­tisch und idyl­lisch gepräg­ten land­schaft­li­chen Ein­heit mit  Fluss, Fel­sen und wein­be­pflanz­ten Steil­hän­gen dar — das Lied von der Lore­ley kün­det davon.

Zu die­ser mar­kan­ten unge­stör­ten Land­schaft der Roman­tik gehö­ren die Men­schen, die klein­tei­li­gen Dör­fer, Gemein­den, Städte und die Viel­zahl der Bur­gen — aber auch die Schif­fer und die Fäh­ren, die Stra­ßen und Bah­nen beid­seits längs des Stro­mes — am Anfang und Ende die­ser Stre­cke mit Stra­ßen– und Auto­bahn­brü­cken in den Ballungsgebieten.

Zwi­schen die­sen Gebie­ten der Schnel­lig­keit und wirt­schaft­li­chen Kon­zen­tra­tion im Nor­den und Süden liegt ein Gebiet land­schaft­li­cher Kraft und Schön­heit, ein Gebiet der Gelas­sen­heit und eines ruhig flie­ßen­den Stro­mes — ein Gebiet, das auch dem eili­gen Fah­rer beim Über­set­zen einige Minu­ten der Ent­span­nung und der Ruhe abgewinnt.

Und auch wenn die Bahn, ins­be­son­dere der Güter­trans­port­zug, die direkte Nach­bar­schaft im wahrs­ten Sinne des Wor­tes auf­rüt­telt und mit Fahr­lärm beläs­tigt, so gehö­ren die Tun­nel und engen Ste­cken­li­nien an Fel­sen und Stra­ßen auch optisch doch irgend­wie dazu.

Es han­delt sich um ein Gebiet, das einer immer­wäh­ren­den behut­sa­men Pflege und sorg­fäl­tig über­leg­ten Anglei­chung an die Ent­wick­lung unse­rer Zeit bedarf, — es han­delt sich um ein von Abwan­de­rung bedroh­tes Gebiet zwi­schen Erhal­tungs­pflicht und Zukunftsstärkung.

Um die Lebens– und Exis­tenz­fä­hig­keit der Men­schen am Strom über Gene­ra­tio­nen hin­aus zu sichern und aus­zu­bauen und damit zu ermög­li­chen, das Welt­erbe zu  erhal­ten, ist abzu­wä­gen und zu fra­gen, wie und wovon leben die Bewoh­ner des Tales, wel­che Alters­struk­tu­ren sind in den ver­schie­de­nen Gemein­den zu fin­den und zu erwar­ten, wel­che Akti­vi­tä­ten, Künst­ler und Gale­rien sind vor­han­den, wel­che eigen­stän­dige lebens­ge­rechte Orts­bil­der beste­hen und sind zu schüt­zen und zu erhal­ten, wel­ches Mit­ein­an­der besteht zwi­schen den Gemein­den, wel­che Kin­der­gär­ten, Schu­len, Gym­na­sien und sons­tige öffent­li­che Ein­rich­tun­gen ste­hen für die Bewoh­ner offen oder soll­ten für sie zur Ver­fü­gung stehen.

Es ist aber auch zu fra­gen, wel­che spür­bare und wir­kende Bereit­schaft und wel­ches Enga­ge­ment, den Ort, die nahe Umge­bung und die Land­schaft des gesam­ten Tales zu hegen und zu pfle­gen, bei den Bewoh­nern und den Bürgermeister/innen zu fin­den ist — es ist auch zu fra­gen, ob und wie Tou­ris­ten und Gäste will­kom­men gehei­ßen und mit wie viel Phan­ta­sie und Liebe die örtli­che Viel­falt und die Land­schaft die­ser Fluß­re­gion die­sen erschlos­sen und nahe­ge­bracht werden.

Diese Dar­stel­lung und Dar­bie­tung des Welt­er­bes Mit­tel­rhein kann nur in Gemein­schaft und Mit­ein­an­der und gegen­sei­ti­ger Abstim­mung und Ergän­zung der Gemein­den Früchte tra­gen und über gele­gent­li­che Ver­an­stal­tungs­hö­he­punkte hin­aus lang­fris­tig wirk­sam wer­den — gewohnte Wege müs­sen über­prüft und womög­lich ver­las­sen, neue Ideen müs­sen ein­ge­bracht und voll Fri­sche und Freude rea­li­siert werden.

Es ist fra­gen, wie der hierzu nötige Opti­mis­mus und Élan geweckt und gestärkt und mit wel­cher gemein­sam getra­ge­nen Kraft­an­stren­gung die Wirt­schaft und die Lebens­fä­hig­keit der Region so gefes­tigt wer­den kann, dass viele Men­schen hier ihre Exis­tenz fin­den und behal­ten können.

So eine Kraft­an­stren­gung zum Wohle die­ser als Welt­erbe aus­ge­zeich­ne­ten Land­schaft am Mit­tel­rhein bedarf dazu auch eine ange­mes­sene Unter­stüt­zung vom Bund, dem Land und dar­über hin­aus der EU.

Das Land Rheinland-Pfalz ist sich die­ser Auf­gabe voll bewusst und hat erkannt, dass den Bewoh­nern und den Gemein­den mit exis­tenz­si­chern­den Maß­nah­men und Hil­fen beige­stan­den wer­den muss –es ist bereit, auch finan­zi­elle Hilfe zu leis­ten und hat selbst einen ers­ten Vor­schlag zur Bele­bung — eine Über­brü­ckung – ein­ge­bracht und zur Dis­kus­sion gestellt.

Bei die­sem, gedank­li­chen Rin­gen um Erhal­tung, Exis­tenz und Zukunft soll­ten vor allem und ver­stärkt die Men­schen und Bewoh­ner des Tales  mit ein­be­zo­gen und gehört wer­den — es ist ihre Zukunft.

Es wer­den in gro­ßer Breite viele und unter­schied­li­che Maß­nah­men durch­zu­füh­ren sein — Ein­zel­maß­nah­men kön­nen nur im Ver­bund und Bün­del mit vie­len ande­ren  Ein­rich­tun­gen dem Gesamt­be­reich dienen.

In die­sem Sinne und unter die­ser Vor­aus­set­zung sollte offen und auf­ge­schlos­sen — auch über den schon ein­ge­brach­ten Gedan­ken und Vor­schlag, einer fes­ten mit­ti­gen Über­que­rung des Stro­mes — dis­ku­tiert und in diese Gesamt­sicht die Nütz­lich­keit und Zukunfts­per­spek­tive für die Men­schen und Bewoh­ner abge­wo­gen werden.

Vor den Men­schen des Tales steht ein Win­ter der Gedan­ken und der Vor­schläge und der Ideen und Visio­nen — von womög­lich zunächst auch uto­pisch erschei­nen­den Visionen.

Für die­ses Suchen und Fin­den soll­ten alle Fach­ver­bände und  Ver­ei­ni­gun­gen und nicht zuletzt alle fluss­na­hen Hoch­schu­len mit ihren Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten ein­ge­la­den und betei­ligt — ein stän­di­ger „Sich­tungs– und Len­kungs­kreis“ sollte ein­ge­rich­tet und schwer­ge­wich­tig besetzt werden.

Es gilt, ein Welt­erbe zu erhal­ten und zukunfts­ge­recht wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und zu gestal­ten — eine Auf­gabe unse­rer Zeit.

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Freitag, Juni 5th, 2009

Dies­mal hat er daran gedacht.

rheinlandpfalz.jpg (117 KB)

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Freitag, Juni 5th, 2009

Bei dem der User ver­ges­sen hat, auf den Upload-Button zu drücken.

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Freitag, Juni 5th, 2009

Soll­ten wir auch noch erlau­ben, oder?

weitere diskussion

Mittwoch, Juni 3rd, 2009

ist nötig