Mainzer Baupolitik in Zeiten der Krise: 7 Thesen
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Mainz hat als Landeshauptstadt eine Vorbildfunktion für Entscheidungsträger in anderen Kulturlandschaften von Rheinland-Pfalz.
- Mainz muss sein Selbstverständnis als Stadt am Strom und als Teil der mittelrheinischen Kulturlandschaft stärker entwickeln.
- Mainz sollte die öffentliche Diskussion über das Profil und die Schwerpunkte zukünftiger Bau– und Stadtentwicklungspolitik fördern.
- Mainz braucht ein starkes Baudezernat, das alle Kernkompetenzen der Stadtentwicklung, des Bauens und Gestaltens im öffentlichen Raum umfasst.
- Mainz braucht ein bürgerschaftliches Forum für die Gestaltung im öffentlichen Raum als regelmäßige Einrichtung, wie z.B. beim Rheinufer-Forum oder beim Forum Regierungsviertel.
- Mainz braucht einen unabhängigen Beirat für Architektur und Denkmalschutz, Städtebau und Landschaftsplanung.
- Mainz braucht eine Baupolitik, die sich als Teil der Kulturpolitik versteht und Baukultur als Qualitätsmaßstab erkennt.
- Mainz sollte stadtentwicklungspolitisch die Brücke über den Rhein schlagen und die regelmäßige Konsultation und Kooperation mit Wiesbaden als Doppelstadt ausbauen.
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29. April 2009


Die Mainzer Rheinzeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 30. April unter der Überschrift „Werkbund will neuen Beirat“ über die sieben Thesen des Werkbunds zur Mainzer Baupolitik: http://www.dwbrlp.de/wp-content/uploads/20090430_mainzerrheinzeitung.jpg
Auch die Allgemeine Zeitung Mainz berichtete in ihrer Ausgabe vom 2. Mai über die Thesen des Werkbunds, unter der Überschrift: „Stadion verändert Kulturlandschaft“. http://www.dwbrlp.de/wp-content/uploads/r0012459.jpg
Weitere Zeitungsartikel zu den Thesen des Werkbunds und der Mainzer Baupolitik:
„Beirat zu teuer“ in der Mainzer Rheinzeitung vom 2. Mai: http://www.dwbrlp.de/wp-content/uploads/20090502_mainzerrheinzeitung.jpg
„SPD: Wer folgt auf Schüler?“ in der Mainzer Rheinzeitung vom 4. Mai: http://www.dwbrlp.de/wp-content/uploads/20090504_mainzerrheinzeitung_2.jpg
„„Coface-Arena“ Jetzt geht’s los!“ in der Mainzer Rheinzeitung vom 4. Mai: http://www.dwbrlp.de/wp-content/uploads/20090504_mainzerrheinzeitung.jpg
Wer die Ausschreibung der Stelle des Baudezernenten am 4. Juli in der AZ gelesen hat wird erkennen, daß nicht ein Baudezernent mit fachlicher Qualifikation gesucht wird, sondern eine politische Allzweckwaffe, die vor allem Bürgermeister sein soll: Nicht der Dezernent, der Bürgermeister wurde ausgeschrieben.
Wieso ist der Bürgermeister von Mainz zwangsläufig Dezernent für Planen, Bauen, Denkmalschutz, Verkehr und — Sport? Jeder Mainzer Dezernent kann Bürgermeister sein, aber nicht jeder Bürgermeister eignet sich zum Baudezernenten. Was hat der Sport zwingend mit dem Bauen zu tun — wenn nicht gerade ein neues Stadion gebaut wird? Für die Schulsporthallen — die nun vielleicht nicht gebaut werden — könnte die Verknüpfung Vorteile bringen — aber sonst?
Wieso ist das Baudezernat nicht zuständig für die Mainzer Plätze, sondern das Umweltdezernat? „Mainz lebt auf seinen Plätzen“, aber heißt dies zwangsläufig, daß dort Beete und Rabatten den Stil bestimmen sollen? Ein städtischer Platz ist von anderer Qualität, als eine städtische Grünanlage oder ein städtischer Park. Hier sollte das Profil des Baudezernats nachjustiert werden.
Wieso muss ein Dezernent, der sich hier bewirbt bereits „erfahren sein im Umgang mit dem Stadtvorstand“? Geht es um die Fortsetzung des abgewählten „Mainzer Modells“, soll auf jeden Fall ein Kandidat aus dem inneren Kreis gefunden werden?
Diese Ausschreibung ist keinesfalls diejenige, die ein Reihe von Fachverbänden und die Öffentlichkeit gefordert haben. Wieso protestiert niemand?