Mainzer Baupolitik in Zeiten der Krise: 7 Thesen4

Mainz hat als Lan­des­haupt­stadt eine Vor­bild­funk­tion für Ent­schei­dungs­trä­ger in ande­ren Kul­tur­land­schaf­ten von Rheinland-Pfalz.

  1. Mainz muss sein Selbst­ver­ständ­nis als Stadt am Strom und als Teil der mit­tel­rhei­ni­schen Kul­tur­land­schaft stär­ker entwickeln.
  2. Mainz sollte die öffent­li­che Dis­kus­sion über das Pro­fil und die Schwer­punkte zukünf­ti­ger Bau– und Stadt­ent­wick­lungs­po­li­tik fördern.
  3. Mainz braucht ein star­kes Bau­de­zer­nat, das alle Kern­kom­pe­ten­zen der Stadt­ent­wick­lung, des Bau­ens und Gestal­tens im öffent­li­chen Raum umfasst.
  4. Mainz braucht ein bür­ger­schaft­li­ches Forum für die Gestal­tung im öffent­li­chen Raum als regel­mä­ßige Ein­rich­tung, wie z.B. beim Rheinufer-Forum oder beim Forum Regierungsviertel.
  5. Mainz braucht einen unab­hän­gi­gen Bei­rat für Archi­tek­tur und Denk­mal­schutz, Städ­te­bau und Landschaftsplanung.
  6. Mainz braucht eine Bau­po­li­tik, die sich als Teil der Kul­tur­po­li­tik ver­steht und Bau­kul­tur als Qua­li­täts­maß­stab erkennt.
  7. Mainz sollte stadt­ent­wick­lungs­po­li­tisch die Brü­cke über den Rhein schla­gen und die regel­mä­ßige Kon­sul­ta­tion und Koope­ra­tion mit Wies­ba­den als Dop­pel­stadt ausbauen.
Foto: http://www.flickr.com/photos/wecand/

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Kommentar

  • Die Main­zer Rhein­zei­tung berich­tet in ihrer Aus­gabe vom 30. April unter der Über­schrift „Werk­bund will neuen Bei­rat“ über die sie­ben The­sen des Werk­bunds zur Main­zer Bau­po­li­tik: http://www.dwbrlp.de/wp-content/uploads/20090430_mainzerrheinzeitung.jpg

  • Auch die All­ge­meine Zei­tung Mainz berich­tete in ihrer Aus­gabe vom 2. Mai über die The­sen des Werk­bunds, unter der Über­schrift: „Sta­dion ver­än­dert Kul­tur­land­schaft“. http://www.dwbrlp.de/wp-content/uploads/r0012459.jpg

  • Wei­tere Zei­tungs­ar­ti­kel zu den The­sen des Werk­bunds und der Main­zer Baupolitik:

    Bei­rat zu teuer“ in der Main­zer Rhein­zei­tung vom 2. Mai: http://www.dwbrlp.de/wp-content/uploads/20090502_mainzerrheinzeitung.jpg

    SPD: Wer folgt auf Schü­ler?“ in der Main­zer Rhein­zei­tung vom 4. Mai: http://www.dwbrlp.de/wp-content/uploads/20090504_mainzerrheinzeitung_2.jpg

    „Coface-Arena“ Jetzt geht’s los!“ in der Main­zer Rhein­zei­tung vom 4. Mai: http://www.dwbrlp.de/wp-content/uploads/20090504_mainzerrheinzeitung.jpg

  • Wer die Aus­schrei­bung der Stelle des Bau­de­zer­nen­ten am 4. Juli in der AZ gele­sen hat wird erken­nen, daß nicht ein Bau­de­zer­nent mit fach­li­cher Qua­li­fi­ka­tion gesucht wird, son­dern eine poli­ti­sche All­zweck­waffe, die vor allem Bür­ger­meis­ter sein soll: Nicht der Dezer­nent, der Bür­ger­meis­ter wurde ausgeschrieben.

    Wieso ist der Bür­ger­meis­ter von Mainz zwangs­läu­fig Dezer­nent für Pla­nen, Bauen, Denk­mal­schutz, Ver­kehr und — Sport? Jeder Main­zer Dezer­nent kann Bür­ger­meis­ter sein, aber nicht jeder Bür­ger­meis­ter eig­net sich zum Bau­de­zer­nen­ten. Was hat der Sport zwin­gend mit dem Bauen zu tun — wenn nicht gerade ein neues Sta­dion gebaut wird? Für die Schul­sport­hal­len — die nun viel­leicht nicht gebaut wer­den — könnte die Ver­knüp­fung Vor­teile brin­gen — aber sonst?

    Wieso ist das Bau­de­zer­nat nicht zustän­dig für die Main­zer Plätze, son­dern das Umwelt­de­zer­nat? „Mainz lebt auf sei­nen Plät­zen“, aber heißt dies zwangs­läu­fig, daß dort Beete und Rabat­ten den Stil bestim­men sol­len? Ein städ­ti­scher Platz ist von ande­rer Qua­li­tät, als eine städ­ti­sche Grün­an­lage oder ein städ­ti­scher Park. Hier sollte das Pro­fil des Bau­de­zer­nats nach­jus­tiert werden.

    Wieso muss ein Dezer­nent, der sich hier bewirbt bereits „erfah­ren sein im Umgang mit dem Stadt­vor­stand“? Geht es um die Fort­set­zung des abge­wähl­ten „Main­zer Modells“, soll auf jeden Fall ein Kan­di­dat aus dem inne­ren Kreis gefun­den werden?

    Diese Aus­schrei­bung ist kei­nes­falls die­je­nige, die ein Reihe von Fach­ver­bän­den und die Öffent­lich­keit gefor­dert haben. Wieso pro­tes­tiert niemand?


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29. April 2009
Autor: Emil Hädler