Rheinbrücke im Tal der Loreley: die Position des Werkbunds 

Die Öffent­lich­keit konnte den Ein­druck gewin­nen, der Werk­bund sei gegen das Brü­cken­pro­jekt und unter­stütze nur die „Null­lö­sung“, den Aus­bau der Fähr­ver­bin­dun­gen. Ein Blick auf diese Web­site zeigt jedoch, dass der Werk­bund bis­lang ledig­lich Fra­gen gestellt hat — in Reak­tion auf die offi­zi­elle Prä­sen­ta­tion der Ergeb­nisse des Archi­tek­tur­wett­be­werbs. Eine Stel­lung­nahme Pro oder Con­tra Brü­cke erscheint dem Werk­bund ver­früht, da nicht alle not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen zugäng­lich sind.

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Die UNESCO (Inter­na­tio­na­les Welt­er­be­kom­mit­tee) hat neben einem inter­na­tio­na­len Design-Wettbewerb für eine Brü­cken­lö­sung der Lan­des­re­gie­rung 2008 expli­zit die Prü­fung einer Tun­nel­lö­sung emp­foh­len. Dazu wur­den drei Gut­ach­ten (tech­ni­sche Mach­bar­keit eines Tun­nels, Umwelt­ver­träg­lich­keit und Ver­kehrs­pla­nung) ein­ge­for­dert. Wei­ter wurde eine Stu­die zur Opti­mie­rung des Fähr­be­triebs emp­foh­len. (Siehe Unesco-Bericht: pdf, eng­lisch, 2,4 MB.) Diese Gut­ach­ten lie­gen der Öffent­lich­keit nicht vor. Andere welt­er­be­ver­träg­li­che Optio­nen soll­ten laut Unesco erst dann ver­folgt wer­den, wenn die Tun­nel­lö­sung sich als tech­nisch nicht mach­bar herausstellt.

Der Werk­bund plä­diert dafür, bei die­sem sen­si­blen und ver­ant­wor­tungs­vol­len Thema alle Akteure ein­zu­bin­den und die ver­füg­ba­ren Fak­ten offen­zu­le­gen. Zunächst bemüht sich der Werk­bund darum, Ein­blick zu erhal­ten in die bereits vor­han­de­nen Fach­bei­träge. Durch seine inter­dis­zi­pli­näre Zusam­men­set­zung und die damit ver­bun­dene Fach­kom­pe­tenz ist der Werk­bund in der Lage und wil­lens, eine mode­rie­rende Rolle in der Dis­kus­sion zu über­neh­men. Das Tal der Lore­ley ist eines der her­aus­ra­gen­den The­men des Werkbund-Programms „Kul­tur­land­schaf­ten Rheinland-Pfalz“.

Für den Vor­stand des Werk­bunds Rheinland-Pfalz
Prof. Emil Häd­ler, 1. Vorsitzender

Nach­trag

Der Werk­bund doku­men­tiert alle zwölf Wett­be­werbs­bei­träge in sei­nem flickr-Account.


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22. Mai 2009
Autor: Emil Hädler