Rheinbrücke im Tal der Loreley14

Am 23. April 2009 wurde der Rea­li­sie­rungs­wett­be­werb für eine Brü­cke in der Welt­er­be­re­gion Mit­tel­rhein­tal, ent­schie­den, dem „Tal der Lore­ley“. Die neun­köp­fige Jury wählte drei Preis­trä­ger aus, die der Unesco auf der Jah­res­kon­fe­renz in Sevilla die Mach­bar­keit einer welt­er­be­ver­träg­li­chen Brü­cken­lö­sung bewei­sen sollen.

Exem­pla­risch für die zwölf ein­ge­reich­ten Ent­würfe zei­gen die preis­ge­krön­ten Arbeiten:

Eine dyna­misch S-förmig-geschwungene, über­spannte Kas­ten­brü­cke (1. Preis):

1. Sieger

Eine huf­ei­sen­för­mig geschwun­gene (2. Preis):

2. Sieger

Und eine fili­gran im Fels ver­an­kerte abge­spannte Hän­ge­brü­cke (3. Preis):

3. Sieger

Das Ergeb­nis ist inso­fern keine Über­ra­schung, als gezeigt wurde, dass in einem Fluss­tal von außer­ge­wöhn­li­cher land­schaft­li­cher Schön­heit auch im Brü­cken­bau gute Gestalt­lö­sun­gen mög­lich sind. Neben bieder-ingenieurmäßigen Ent­wür­fen zei­gen die drei Sie­ger­pro­jekte jeweils in ihrer Art ganz zwei­fel­los her­aus­ra­gende Qua­li­tä­ten – not­ge­drun­gen mit Schwä­chen im wesent­li­chen Detail, die sich kon­tro­vers dis­ku­tie­ren lassen.

In einem 150 Meter lan­gen Abschnitt zwi­schen Well­mich und Fel­len wurde ein Stand­ort aus­ge­wählt, den eine Umwelt­ver­träg­lich­keits­stu­die als den am wenigs­ten land­schafts­be­las­ten­den ein­stufte und der  - wich­ti­ges Kri­te­rium — von der Lore­ley aus nicht ein­seh­bar sein sollte. Kul­tur­räum­li­che und städ­te­bau­li­che Kri­te­rien zur Ein­pas­sung in das Welt­er­be­ge­biet ran­gier­ten bei der Bewer­tung weit vorne, neben den obli­ga­to­ri­schen inge­nieur­mä­ßi­gen Kri­te­rien der Kon­struk­tion, Wirt­schaft­lich­keit und Zweck­mä­ßig­keit der Form. Alle Lösun­gen hat­ten sich mit der Pro­ble­ma­tik gro­ßer Auf­fahrts­ram­pen aus­ein­an­der­zu­set­zen, die die Grund­satz­pro­bleme einer Brü­cke in einem engen Fluss­tal mit hohen Über­fahr­ten deut­lich zum Aus­druck brachten:

  • Lange, aus der Bewe­gung des Flus­ses ent­wi­ckelte Brü­cken, S– oder U-förmig, erzwin­gen not­ge­drun­gen lange Ram­pen, die von oben ele­gant erschei­nen, deren Unter­sich­ten und über­deckte Ufer­zo­nen dunkle, von Vege­ta­tion freie Berei­che ver­ur­sa­chen, mit zwei­fel­haf­ter Gestalt­qua­li­tät gerade dort, wo das Rhei­n­er­leb­nis am inten­sivs­ten ist: an der Wasserlinie.
  • Kurze, den Fluss recht­wink­lig que­rende Lösun­gen erzwin­gen ein Anhe­ben der Rhein­ufer­stra­ßen, um die Brü­cken­köpfe auf die not­wen­dige Höhe zu brin­gen und ver­än­dern in gro­ßem Umfang die Uferzone.
  • Dass einige Lösun­gen eine scheuß­li­che Que­rung der Bahn­trasse bei Fel­len gleich mit erle­di­gen und über­flüs­sig machen, kann als posi­ti­ver Neben­ef­fekt gewür­digt werden.

Die prä­mier­ten Brü­cken sind schöné Brü­cken. Das Mit­tel­rhein­ty­pi­sche wäre hin­ge­gen kaum aus­zu­ma­chen, würde nicht die Burg Maus als Staf­fage im Hin­ter­grund die 3D-animierten Ansich­ten zie­ren. Über­haupt drängt sich der Ein­druck auf, dass die Land­schaft den Brü­cken zur ästhe­ti­schen Über­hö­hung dient und nicht umge­kehrt. Inner­halb der Logik eines Brü­cken­bau­werks mag man die prä­mier­ten Lösun­gen dif­fe­ren­ziert bewer­ten und begrün­det abge­stufte Qua­li­täts­merk­male für jede der zwei­fel­los anspruchs­vol­len Arbei­ten fin­den. Davon unbe­rührt bleibt die prin­zi­pi­elle Frage, ob eine feste Rhein­que­rung an die­ser oder einer ande­ren Stelle zwi­schen Koblenz und Bin­gen ihre Berech­ti­gung fin­det. Die Brü­cke ist poli­tisch gewollt. Dass sie regio­nal­wirt­schaft­lich tat­säch­lich Vor­teile bringt, wird behaup­tet, die Frage ist nicht geklärt. Ihre Lage im nörd­li­chen Drit­tel des Welt­er­be­ge­biets wirft zumin­dest für die süd­li­chen Gemein­den Fra­gen nach ihrer Effi­zi­enz auf – vom zuneh­men­den Durch­gangs­ver­kehr für die nahe­lie­gen­den Gemein­den in der Nähe der Brü­cken­köpfe ganz abge­se­hen. Es wurde bezeich­nen­der­weise kein Raum­ord­nungs­ver­fah­ren durch­ge­führt, das diese Fra­gen klä­ren sollte. Die Gestal­tung einer noch so qua­li­tät­vol­len Brü­cke am fal­schen Ort lässt sich mit Goe­the beant­wor­ten: „Wer den ers­ten Knopf ver­passt, kommt am Kra­gen nicht zu einem guten Ende.“

Die schönste Brü­cke ersetzt nicht das land­schaft­li­che Erleb­nis der Rhein­que­rung durch eine der sechs Fäh­ren zwi­schen Bop­pard und Oestrich-Winkel. Die dezen­trale Que­rung sichert his­to­risch allen Orten am Mit­tel­rhein ihre gleich­ran­gige Bedeu­tung und pri­vi­le­giert kei­nen der Stand­orte – vor­aus­ge­setzt, die Fäh­ren fah­ren rund um die Uhr 24 Stun­den lang. Dass genau dies nicht der Fall ist, dass Fähr­be­triebe um 21 Uhr ihren Dienst ein­stel­len und danach der Rhein zu „Deutsch­lands Grenze, nicht Deutsch­lands Strom“ zwi­schen dem links– und rechts­rhei­ni­schen Gebiet wird, darf man nicht den Fäh­ren, son­dern deren unzu­rei­chen­der Finan­zie­rung vor­wer­fen. Wie lange könnte man mit den 40 Mil­lio­nen Euro für eines der prä­mier­ten Brü­cken­bau­werke fünf oder sechs Fäh­ren kos­ten­los im 24-Stunden-Takt betrei­ben? Diese Rech­nung muss allen Brü­cken– und Tun­nel­lö­sun­gen gegen­über­ge­stellt wer­den – inklu­sive der War­tungs– und Unter­hal­tungs­kos­ten im 100jährigen Betrieb.

Die Dis­kus­sion ist eröff­net ↦ Die Wan­der­aus­stel­lung der drei Preis­trä­ger wird nach der Prä­sen­ta­tion sämt­li­cher Arbei­ten in Koblenz in der Lan­des­ver­tre­tung Rheinland-Pfalz in Ber­lin gezeigt, danach an aus­ge­wähl­ten Stand­or­ten bis zur Vor­stel­lung bei der Jah­res­ver­samm­lung der Unesco 2009. Der Werk­bund Rheinland-Pfalz doku­men­tiert hier auf die­ser Web­site ab 2. Mai alle Brü­cken­ent­würfe und regt zu Kom­men­ta­ren und Bemer­kun­gen an, die aus­ge­wer­tet als Doku­men­ta­tion des Werk­bunds ver­öf­fent­licht wer­den sollen.

Prof. Emil Häd­ler
1. Vorsitzender

Zum Wei­ter­le­sen

↦ Werkbund-Dokumentation aller 12 Wett­be­werbs­bei­träge (ergänzt: 2.5.09)




Kommentar

  • Die All­ge­meine Zei­tung stellt in ihrer Aus­gabe vom 30. April die Über­le­gun­gen des Werk­bunds zur Rhein­brü­cke im Mit­tel­rhein­tal dar: http://www.dwbrlp.de/wp-content/uploads/20090430_mainzerallgemeinezeitung.jpg

  • Kon­zepte, Pläné und Modelle der drei Preis­trä­ger sind im flickr-Account des Werk­bunds doku­men­tiert: http://www.flickr.com/photos/35895757@N07/collections/72157617522342233/

  • End­lich wer­den von beru­fe­ner Seite die rich­ti­gen Fra­gen gestellt. Als Mit­glied des Ver­kehrs­aus­schus­ses der IHK Koblenz, in dem ich die Bin­nen­schif­fahrt mit Schwer­punkt Fahr­gast­schif­fahrt ver­trete, habe ich die Pläné einer Rhein­brü­cke aus guten Grün­den abge­lehnt:
    1.) Nur eine Hoch­brü­cke wäre für über­re­gio­nale Ver­kehre sinn­voll, das war auch die Posi­tion der ver­la­den­den Wirt­schaft, die durch­aus eine Que­rung von der A 61 zur A 3 begrü­ßen wer­den, um der Verkehrs-verdichtung im Rhein-Main-Ge biet aus­wei­chen zu kön­nen.
    2.) Eine Tal­brü­cke ist nur von begrenz­tem und regio­na­len Nut­zen, der in kei­nem ver­tret­ba­ren Ver­hält­nis zum Auf­wand und den Beein­träch­ti­gun­gen des schüt­zens­wer­ten Land­schafts­bil­des steht.
    Die vor­han­de­nen Fähr­ver­bin­dun­gen rei­chen aber für die­sen regio­na­len Ver­kehr völ­lig aus, wenn man ein eini­ger­ma­ßen intel­li­gen­tes Sys­tem ent­wi­ckelt — z.B. ana­log den Apotheken-Diensten, wobei aller­dings Zuschüsse die­ses Ange­bot auch wirt­schaft­lich ver­tret­bar machen müss­ten.
    Zwi­schen den Stra­ßen­brü­cken in Schier­stein (rh-km 504 und Koblenz-Horchheim (rh-km 588) gibt es 6 Que­run­gen durch Auto­fäh­ren, jeweils im Abstand von ca. 10– max. 15 km. Rich­tet man alter­nie­rende Nacht­ver­kehre ein, wären auch nachts kür­zere Dis­tan­zen nutz­bar als bei einer auf Höhe St.Goarshausen errich­te­ten Regio­nal­brü­cke.
    Ich bin gerne bereit, aus Sicht der Schif­fahrt zu die­sem Thema detail­lier­ter Stel­lung zu neh­men, bin aller­dings bis ein­schl. 17.5. auf Rei­sen.
    Freund­li­che Grüße
    Doris Bommas-Collée

  • Als Ver­schwen­dung von Steu­er­gel­dern bezeich­net die neu­ge­grün­dete Bür­ger­in­itia­tive Rhein­pas­sa­gen den Archi­tek­ten­wett­be­werb für eine Mit­tel­rhein­brü­cke. Nicht nur, dass der zugrun­de­ge­legte Stand­ort noch nicht end­gül­tig ist, nicht nur, dass es noch kei­nen trag­fä­hi­gen Ent-schluss der kom­mu­na­len Bau­last­trä­ger dafür gibt,– es gibt vor allem noch keine objek­tive Beur-teilung der Not­wen­dig­keit und der Fol­gen eines Brü­cken­baus. Dies geschieht nur in einem geheim­ge­hal­te­nen Gut­ach­ten, aus dem doch Ein­zel­hei­ten bekannt wur­den und zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen im Land­tag führ­ten.
    Die Bür­ger­in­itia­tive Rhein­pas­sa­gen fin­det es falsch, die Welt­er­be­ver­träg­lich­keit nur an ästhe­ti­schen Maß­stä­ben zu mes­sen, wie es der­zeit geschieht. Ab einer gewis­sen Qua­li­tät wird ein Urteil sub­jek­tiv; einer hält ein Bau­werk für zu modern, ein ande­rer für nicht modern genug; einer hält das Land­schafts­bild für unan­tast­bar, der andere will es „wei­ter­ent­wi­ckeln“.
    Die Lan­des­re­gie­rung hat wie schon in den letz­ten Jah­ren die Gut­ach­ter gezwun­gen, den Nut­zen der Brü­cke nur gegen­über der Null­lö­sung, d. h. dem der­zei­ti­gen, tat­säch­lich unzu­mut­ba­ren Zu-stand (keine Abend­fahr­ten, hohe Tarife) zu ver­glei­chen, nicht aber die Alter­na­tive kos­ten­lo­ser Fäh­ren zu prü­fen, weil sie ähnli­che, wohl auch berech­tigte For­de­run­gen für andere Fäh­ren im Land befürch­tet. Natür­lich über­trifft die Kapa­zi­tät einer Brü­cke die einer ein­zel­nen Fähre; hier geht es aber um vier Fäh­ren. Nach dem Brü­cken­bau (kos­ten­freie Benut­zung) wer­den die vier ko-stenpflichtigen Fähr­ver­bin­dun­gen in Bop­pard, St. Goar, Kaub und Nie­der­heim­bach als nicht mehr ren­ta­bel ersatz­los weg­fal­len, was Fuß­gän­gern und Wan­de­rern Rhein­über­que­run­gen unmög­lich macht. Auto­fah­rer in den etwas ent­fern­te­ren Orten wür­den zu Umweg­fahr­ten gezwun­gen und die Gleich­wer­tig­keit der Lebens­be­din­gun­gen im Welt­er­be­ge­biet (inklu­sive Bingen-Rüdes¬heim) wäre been­det. Die geplante „feste Rhein­que­rung“ ist vor allem des­halb nicht welt­er­be­ver­träg­lich.
    Die Fol­ge­kos­ten der Brü­cke (Kapi­tal­dienst für 40 Mio €, Abschrei­bung, Unter­halt) sind nach unse­ren Recher­chen höher als der Gesamt­um­satz der vier Fäh­ren. Für die­ses Geld könn­ten sie also im der­zei­ti­gen Umfang umsonst für die Benut­zer fah­ren, viel­leicht sogar mit deut­lich verlänger-ten Fahr­zei­ten. Die Bevöl­ke­rung im Mit­tel­rhein­tal bezahlt soviel Kfz– und Kraft­stoff­steuer wie jede andere in Deutsch­land und hat daher Anspruch, umsonst in einen Nach­bar­ort gehen und fah­ren zu kön­nen, auch spät abends… Zudem erspart diese dezen­trale, fle­xi­ble Lösung jeden Ein­griff in das höchst­wer­tige Land­schafts­bild; die Fäh­ren gehö­ren außer­dem inte­gra­tiv zur „His­to­ri­schen Ver­kehrs­land­schaft“, als wel­ches die UNESCO das Mit­tel­rhein­tal aus­zeich­nete.
    Die Bür­ger­in­itia­tive Rhein­pas­sa­gen for­dert daher die Erstel­lung kor­rek­ter, öffent­lich zugäng­li­cher Gut­ach­ten, und vor allem:
    Umge­hend kos­ten­lose und län­ger, teil­weise rund um die Uhr ver­keh­rende Fähr­ver­bin­dun­gen im gesam­ten Welt­er­be­ge­biet!
    Die von uns genann­ten Kri­te­rien sind objek­tiv und nach­zu­rech­nen. Vor allem betref­fen sie das Welt­er­be­ge­biet als gan­zes und sol­ches. Gerade darum wei­gert sich die Lan­des­re­gie­rung, auf sie ein­zu­ge­hen, lässt Gut­ach­ter die Alter­na­tive nicht unter­su­chen und ver­dreht Tat­sa­chen. U. a. behaup­tet sie: Die UNESCO habe die 24-Stunden-Fähren nicht ver­langt. Das trifft zu. Die Lan­des­re­gie­rung hat viel­mehr von sich aus im soge­nann­ten „Manage­ment­plan“, einem Vertragsbe-standteil bei der Aner­ken­nung als Welt­erbe, der UNESCO die Ein­füh­rung von „24-Stunden-Fähren bzw. ver­län­gerte Fahr­zei­ten“ ver­spro­chen, ohne dies seit acht Jah­ren umzu­set­zen. Die recht­li­chen Grund­la­gen sind mit der Lan­des­fähr­ver­ord­nung und mit den Grund­sät­zen der Bun­des­ver­kehrs­we­ge­pla­nung gege­ben. Die UNESCO wird gut­tun, sie daran zu erin­nern und eine Erpro­bungs­zeit abzu­war­ten, bevor sie eine Ent­schei­dung über die Brü­cke fällt.

  • Es gibt für eine Brü­cke kein schlüs­si­ges Gesamt­kon­zept. Jeder Gespräch­part­ner hat eigene Wün­sche und Vor­stel­lun­gen, die in der Regel eine Brü­cken­in­ves­ti­tion von 50 Mio. EURO brutto nicht recht­fer­tigt. Die IHK und die kom­mu­nal­po­li­tisch Ver­ant­wort­li­chen spre­chen von einer Ver­bes­se­rung der Infra­struk­tur, um schnel­ler die A 61, den Flug­platz Hahn und die A 3 zu errei­chen. In einem sol­chen Falle wäre diese Ver­kehrs­ver­bin­dung keine kom­mu­nale Bau­maß­nahme, son­dern eine Bun­des– bzw. Lan­des­an­ge­le­gen­heit.
    Die Lan­des­re­gie­rung spricht dage­gen von einer regio­na­len, örtli­chen Ver­bin­dung, die letzt­lich mit Lan­des­zu­schüs­sen in der Trä­ger­schaft der bei­den Kreise finan­ziert wer­den soll. Bei 50 Mio. EURO Inves­ti­ti­ons­kos­ten muss man mit min­des­tens 5 Mio. jähr­li­chen Fol­ge­kos­ten rech­nen. Die nega­ti­ven Ein­griffe in das Welt­kul­tur­erbe sind gra­vie­rend, da die Vor­land­brü­cken (die Zufahr­ten) z. B. rechts­rhei­nisch in einem 90 Grad-Winkel bei einer Länge von ca. 140 Meter zur eigent­li­chen Fluss­brü­cke füh­ren. Die Brü­cke selbst wird in einer Höhe von ca. 10 bis 12 Metern über den Ver­lauf der B 42 den Rhein que­ren, da sich die Brü­cken­höhe aus den Vor­ga­ben des Schiff­fahrts­rech­tes ergibt.
    Allein diese Ein­griffe in die Land­schaft sind unver­ant­wort­lich. Eine Fähr­zeit­ver­län­ge­rung, kos­ten­frei für die Benut­zer ab 2009, wäre die rich­tige Lösung für alle Bür­ger des Rhein­tals und für die Touristen.

  • Als Ergän­zung noch der bit­tere Hin­weis:
    50 Mio. € brutto ein­schließ­lich Bau­neben­kos­ten für eine Mit­tel­rhein­brü­cke, aber keine finan­zi­el­len Pla­nun­gen und Über­le­gun­gen für die Anbin­dungs­stra­ßen rechts und links des Rheins in Rich­tung Tau­nus und Huns­rück. So kann man keine ver­kehrs­po­li­tisch sinn­volle Infra­struk­tur ange­hen. Daher keine Brü­cke, son­dern eine erheb­li­che Ver­bes­se­rung der Fährverbindungen.

  • Im flickr-Account des Werk­bunds fin­den sich jetzt auch Fotos von allen wei­te­ren Wett­be­werbs­bei­trä­gen. (Ins­ge­samt gab es zwölf Teil­neh­mer.)
    http://www.flickr.com/photos/35895757@N07/collections/72157617522342233/

  • Als Anwoh­ne­rin, wenn auch ehe­ma­lig, bin ich abso­lut für eine Brü­cke!!!
    Im Mosel­tal ste­hen fast alle 100 bis 200 meter ein Brü­cke, warum soll das bei uns im Mit­tel­rhein­tal nicht auch gehen? In Ger­mers­heim wurde eine 2. Rhein­brü­cke gebaut. Warum nicht bei uns im Mit­tel­rhein­tal? Für Ver­an­stal­tun­gen in St. Goar oder Bie­bern­heim oder sonst im Huns­rück, muss man sich die Zeit genau­es­tens ein­tei­len, da man sonst über Koblenz wie­der zurück­fah­ren muss. Meis­tens fährt man gar nicht hin, da der Weg über Koblenz ein­fach zu lange dau­ert!
    Der Weg auf die Arbeit ver­län­gert sich ohne eine Brü­cke um ein Mehr­fa­ches. Muss das sein?? Wenn die Fähre weg ist,sprich gerade ablegt um nach St. Goar über­zu­set­zen, hat man Pech und muss 1520 Minu­ten war­ten.
    Bei Hoch­was­ser ist der Schiffs­ver­kehr ein­ge­stellt, und somit fährt auch keine Fähre! Das muss nicht sein, des­halb muss jetzt end­lich eine Brü­cke her!!!
    Es wurde schon mehr­mals ver­spro­chen, sich für eine Brü­cke stark zu machen!! End­lich ist ein Ansatz da und der sollte auch aus­ge­führt werde!! Sicher, die Kos­ten sind extrem hoch, aber andere Brü­cken­ar­bei­ten kos­ten auch Geld, und da wurde bis­her auch immer eine Lösung gefun­den. Warum gilt das nicht auch für das Mit­tel­rhein­tal??
    Die meis­ten Geg­ner woh­nen gar nicht in der Gegend und wol­len dar­über urtei­len. Warum??
    In Dres­den wurde auch eine Brü­cke gebaut, obwohl man ange­droht hatte, ihnen den Welt­kul­tur­sta­tus abzu­er­ken­nen. Warum sind wir nicht auch so mutig? Die Lore­ley lockt jedes Jahr tau­sende Men­schen bei uns in die Region, das würde auch so sein und auch so blei­ben, wenn die Brü­cke kom­men würde.
    Ich bleibe dabei: Eine Brü­cke MUSS JETZT end­lich kommen!!!

  • In Aus­gabe 21.09 der Bau­welt berich­tet Frie­de­rike Meyer vom Wett­be­werb und den Kri­ti­kern eines Brü­cken­baus. Die Lan­des­re­gie­rung wolle es „schlauer anstel­len als die Stadt Dres­den und der Unesco alles recht machen“, schreibt Meyer. Für den nun ent­schie­de­nen Brü­cken­wett­be­werb habe sie das Wort „welt­er­be­ver­träg­lich“ erfun­den.
    http://www.bauwelt.de/sixcms_4/sixcms/list.php?page=pg_bauwelt_startseite_past

  • Im SWR 4 Blick­punkt vom 25. Juni 2009 kom­men Befür­wor­ter und Geg­ner einer Mit­tel­rhein­tal­brü­cke zu Wort:

    http://mp3.swr.de/swr4/rp/blickpunkt/200906251932.6444m.mp3 (Pod­cast 5,1 MB)

    Das ZDF berich­tete am 24. Juni 2009:

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/782714

  • Die Dis­kus­sion geht bald wei­ter: heute war der Werk­bund in Koblenz bei LBM, Lan­des­be­trieb Mobi­li­tät und durfte die Volltext-Versionen des Ver­kehrs­gut­ach­tens und der der Umwelt­ver­träg­lich­keits­stu­die ein­se­hen, unzen­siert und ganz ent­spannt — dank an das Wirt­schafts­mi­nis­te­rium, das uns dies erlaubt hat.

    Es wird Fra­gen geben zu die­sen Gut­ach­ten, die wir dem­nächst stel­len wer­den. Vor­erst wer­ten wir unsere Ein­sich­ten und Erkennt­nisse aus, brau­chen dafür einen Moment Zeit.

    Emil Häd­ler

  • In sei­nem Blog „Mainz Daily Photo“ beschreibt der Neu­see­län­der JB seine Sicht der Dinge zu einem Brü­cken­bau im Mit­tel­rhein­tal, und warum er die Argu­mente der Lan­des­re­gie­rung für faden­schei­nig hält: http://mainzdailyphoto.blogspot.com/2009/09/imagine-740.html

  • Nach mei­ner Mei­nung kommt, durch Land­schafts­struk­tur und His­to­rie bedingt, eher eine sich an tech­ni­scher Not­wen­dig­keit ori­en­tie­rende Bogen­brü­cke in Frage. Diese ließe sich m.E. grund­sätz­lich attrak­ti­ver gestal­ten und mit Wie­der­er­ken­nungs­wert har­mo­nisch in die Mit­tel­rhein­land­schaft einfügen.

    Hierzu habe ich einen Brü­cken­ent­wurf erstellt (siehe bei­lie­gende Bil­der) der bei­spiel­haft die Wir­kung einer Bogen­brü­cke visua­li­sie­ren soll. Die Sta­tik würde wohl auch eine noch nied­ri­gere, fili­gra­nere Aus­füh­rung zulas­sen. Da ich kein aus­ge­spro­che­ner Brü­cken­bauer bin, bitte ich den Ent­wurf als Inspi­ra­tion zu ver­ste­hen.

    Entwurf: H. Selt

    Entwurf: H. Selt


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29. April 2009
Autor: Emil Hädler