Oppenheim: Lärmschutzwand zerstört Stadtbild
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Seit kurzem hat Oppenheim eine Lärmschutzmauer entlang der neu geführten Bundesstraße 9 – jetzt regt sich Widerstand gegen dieses Bauwerk. Für die Mitglieder des Vereins „Freunde Oppenheims e.V.“ ist der neue nördliche Stadteingang der Stadt Ausdruck einer Fehlentwicklung des Oppenheimer Stadtbildes: Ihrer Meinung nach wird durch die Lärmschutzwand — nicht nur ästhetisch, sondern auch funktionell — die Trennung zwischen Alt– und Neustadt „zementiert“ und die Verbindung zwischen beiden Stadtteilen auf ein Minimum reduziert.
Um ein Bewusstsein für die Missstände zu schaffen, aber auch um Alternativen aufzuzeigen, hat sich der Verein der Unterstützung des Werkbunds versichert. (Siehe auch den Punkt „Die Rheinhessische Rheinkante – ein Vermittlungsprojekt“ in unserem Aktionsprogramm.) In einem ersten Treffen am 5. Juni 2009 in Dienheim wurden gemeinsame Aktivitäten geplant. Ziel ist eine Podiumsdiskussion im Spätjahr, auf der unter anderem folgende Fragen diskutiert werden sollen:
- Wer kontrolliert eigentlich das Stadtbild?
- Nach welchen Kriterien geht man dabei vor?
- Wer trägt die gestalterische Verantwortung für die Identität eines Ortes?
- Müssen sich Ästhetik und Funktion einer Lärmschutzmauer ausschließen?
- Ist die Mauer sinnvoll durch Graffiti, Bepflanzung o.ä. „korrigierbar“?
Oppenheim ist kein Einzelfall: Die Zerstörung des Stadtbilds, wie es der berühmte Merian-Stich zeigt, ist exemplarisch für die Gefahren, denen viele rheinland-pfälzische Orte ausgesetzt sind. Dass sich notwendige Baumaßnahmen auch auf andere Weise, nämlich mit Einfühlungsvermögen und Sinn für den Erhalt der Kulturlandschaft, umsetzen lassen, zeigt das Beispiel Hochwasserschutz in Nierstein. Die Podiumsdiskussion wird solche und weitere Positiv– und Negativbeispiele aufgreifen, um den lokal Verantwortlichen ein klares Bild vor Augen zu führen.
Nächstes Treffen der Gruppe: voraussichtlich am Montag, 6. Juli 2009. Interessenten wenden sich bitte — via Werkbund — an Dietmar Gross, Vorsitzender des Vereins „Freunde Oppenheims e.V.“
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Die FAZ berichtet heute in ihrer Rhein-Main-Ausgabe vom „neuen Selbstbewusstsein“ der Kulturregion Rheinhessen – und bildet als Paradebeispiel aus dem soeben erschienenen Führer „Gotik in Rheinhessen“ natürlich die Katharinenkirche in Oppenheim ab, eines der „schönsten gotischen Bauwerke zwischen Straßburg und Köln“. Viele Besucher nähern sich von Mainz auf der B9 kommend der Stadt – ob sie den Eindruck gewinnen, dass Oppenheim einfühlsam mit seinem kulturellen Erbe umgeht?
P.S.: Die Broschüre „Gotik in Rheinhessen“ (mit 43 weiteren sehenswerten Kirchen) kann kostenlos bestellt werden per E-Mail an info@rheinhessen.de oder telefonisch unter (06731) 95107450.