Gutenbergstadt Mainz: Per Express in die Blamage3

Man traut sei­nen Augen kaum: Über­all in der Innen­stadt, also auch in Sicht­weite des Gutenberg-Museums („Welt­mu­seum der Druck­kunst“), erlaubte die Stadt Mainz einer Firma namens Römer-Express GmbH, volu­mi­nöse graue Hal­te­stel­len­schil­der für einen soge­nann­ten „Gutenberg-Express“ auf­zu­stel­len. Mal abge­se­hen von der Tat­sa­che, dass damit eine wei­tere Stufe in der Ver­schil­de­rung des öffent­li­chen Raums erreicht ist: Die Rekla­me­gra­fik die­ser Tou­ris­ten­bahn erin­nert an üble typo­gra­fi­sche Ver­ir­run­gen längst ver­gan­ge­ner Zei­ten – und ver­höhnt damit sei­nen berühm­ten Namensgeber.

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Über Sinn und Unsinn sol­cher Tou­ris­ten­bah­nen lässt sich strei­ten. Aber warum die Ver­ant­wort­li­chen der Stadt Mainz hier offen­sicht­lich von der Wer­be­gra­fik über die Stele bis zur Bahn selbst jeden Anspruch an Gestal­tungs­qua­li­tät auf­ge­ge­ben haben, erschließt sich mir beim bes­ten Wil­len nicht. Ist eine grin­sende Loko­mo­tive namens Gutenberg-Express das Bild, das Besu­cher von Mainz in die Welt tra­gen sollen?

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23. April 2009
Autor: Stefan von den Driesch