60 Jahre Lutherkirche Mainz
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Heute hatte ich Gelegenheit, die denkmalgeschützte Lutherkirche Mainz von innen zu sehen. Sie steht oberhalb des Römischen Theaters, unweit der Zitadelle. 1949 wurde sie erbaut, und zwar (laut Faltblatt der Evangelischen Kirchengemeinde) als erste Kirche in Mainz nach dem zweiten Weltkrieg.
Architekturhistorisch interessant: die Lutherkirche ist im Grunde eine „Fertigkirche“, mit seriell gefertigten Bauteilen errichtet. Das Notkirchenprogramm stammt von dem Architekten Otto Bartning und wurde in vielen Städten Deutschlands umgesetzt. Im Innern der Mainzer Lutherkirche verbaute man Steine aus den Trümmern der Mainzer Altstadt. Warme Farben und eine überlegte Lichtführung schaffen einen Kirchenraum mit beeindruckender Atmosphäre. Übrigens: Den Altar der Lutherkirche hat 1991 das Werkbundmitglied Prof. Kanis erneuert.



Ich habe umfangreiches Material zu dieser sehr besonderen Kirche, die aus dem 48-Notkirchenprogramm von Otto Bartning aus dem Ende der 1940er Jahre stammt und bemerkenswert unversehrt ist. Man könnte ggf. eine Festschrift hier veröffentlichen, die Otto Bartning zu seinem Programm herausgebracht hat. Die Mainzer Kirche ist neben anderen darin gut dargestellt. Sie ist in Mainz weithin unterschätzt und stellt ein herausragendes Zeugnis für die „Träume in Trümmmern“ nach dem Zweiten Weltkrieg dar. Auch Ihre Beziehung zur Ausgrabung am Römischen Theater ist besonders. Sie verursacht durch ihre von Otto Bartning so geplante Freitreppe einen hochinterssanten denkmalpflegerischen Konflikt gegenüber dem Wunsch der Archäologen, das römische Theater weiter freizulegen. Über diesen aktuellen Konflikt lohnt es sich zu diskutieren.
An der Fachhochschule in Mainz habe ich 2006 eine Diplomarbeit für ein Präsentationskonzept zum Römischen Theater herausgegeben, in der sich die Studenten auch mit der Kirche auseinander setzen sollten.
Emil Hädler
Hi! I like your srticle and I would like very much to read some more information on this issue. Will you post some more?
We’ll shortly publish a thesis on Otto Bartning and his 48 „help in need“ churches, written by a student of Prof. Hädler.
Habe eine komplett erhaltene Notkirche in Birkenheide (Rheinpfalzkreis) erst vor drei Tagen besucht. Bin beindruckt und natürlich auch neugierig auf die angekündigte Veröffentlichung über die 48 Notkirchen.
Die EU fördert ein Kulturprojekt zum (Kirchen-)Baumeister Otto Bartning und seinem europäischen Kulturerbe mit Partnern aus sechs EU-Ländern für die Laufzeit bis Juli 2012. Mehr dazu: http://www.otto-bartning.eu/